Pilat - was? - Worte am Weg Klettgauerbote

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Pilates und Pilatus liegen nur einen Buchstaben auseinander. Der Unterschied ist aber grösser: hier geht es um Muskulatur, da um Wahrheit. Beides ist wichtig. Und beides kommt nicht von allein.
Werner Näf,
Unter Tausenden von römischen Provinzbeamten, hundsmiserablen bis einigermassen erträglichen, hat sich Pilatus mit ein paar Sätzen unsterblich gemacht. Er hat nicht «Fakt oder Fake» gesagt, aber fast.

Mit dem scheinbar simplen Satz «Was ist Wahrheit?» hat er eine Frage gestellt, über die durch die Jahrhunderte Philosophen stritten, Künstler Werke schufen, Theologen Predigten schrieben und heute die digitale Welt ein Chaos anrichtet.

Damals, im manipulierten Prozess gegen Jesus, wirft Pilatus diese paar Wörter leichthin in die Runde – eigentlich ohne eine Antwort zu erwarten. Meint er: «Was da gesagt wird, ist doch ein Pschiss!» Oder meint er: «Keiner weiss wer wie was, darum entscheide ich einfach selbst.» Sein halbherziges Urteil stellt er wenig später auf den Kopf – kennen wir das irgendwo her?

In letzter Zeit haben wir gelernt, dass wir üben müssen, wenn wir erkennen wollen, was wahr ist. Üben: uns in der Wahrheit verankern gegen die Flut der Fakes, Lügen und Übertreibungen. Hilft es, dass Jesus von sich sagt: «Ich bin die Wahrheit»? Den einen schon.

Klar ist: Wahrheit kann man wie einen Muskel trainieren. «Kann das überhaupt sein?» ist eine Frage, mit der man wie mit einer Hantel den Wahrheitsmuskel trainieren kann. Ach so, Pilates und Pilatus sind sich doch näher als gedacht.

Werner Näf, Gächlingen, publiziert im Klettgauer Boten vom Samstag, 31. Januar 2026

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