Seelenhandel - Worte am Weg Klettgauerbote

Bild wird geladen...
Uff, die Abstimmungen sind vorbei. Keine Cervelat- und Tortenplakate mehr. Man will gar nicht spekulieren, welche Sujets zum Transplantationsgesetz für die nächste Abstimmung ausgeheckt werden!
Werner Näf,
Um unsere Stimme geht es, unser Ja oder Nein. Manchmal hat man aber den Eindruck, es gehe gleich um Alles. So reihen sich die Abstimmungsslogans in den grossen Seelenbazar ein, der weitherum lärmt. Alle wollen viel von uns, nicht nur Zeit und Geld. Netflix und SRF zum Beispiel, aber auch Leute mit Ansprüchen an uns oder sogar eigene Gefühle, die uns beherrschen wollen – nicht zu unserem Besten.

Die Geschichte von Hiob erzählt auch von einem Handel um die Seele: Der Gegenspieler und Gott verhandeln, wie es um Hiob stünde, wenn er alles verlöre. Würde er Gott fluchen? Dann kamen die berühmten Hiobsbotschaften. Was wird Hiob tun?

Dieses erstaunliche Bibelbüchlein ist uralt und berichtet: Hiob hatte das Privileg, mit Gott direkt zu sprechen. Gott lässt mit sich diskutieren. Es kommt gut heraus, in diesem Seelenhandel. Nach langen Gesprächen vertraut Hiob Gott noch mehr und bekommt ein stabiles Leben zurück.

Hiob erkennt nach den Ereignissen und Gesprächen deutlicher und gewinnt ein tieferes Vertrauen. Er sagt: «Gott, bis dahin kannte ich dich nur vom Hörensagen. Doch jetzt hat mein Auge dich wirklich gesehen.» Ein Seelenhandel also, der gut ausging. Ein Gewinn von Vertrauen ist ein Gewinn auf beiden Seiten. Das gilt auch zwischen Gott und mir.

Werner Näf, Gächlingen, publiziert im Klettgauer Boten 19.02.2022




































Dokumente