Die Orgel der reformierten Kirche Beringen

Bild wird geladen...Unsere Felsberg-Orgel
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Geschichte

1910
Eine Orgel soll das Amt des Vorsängers – Beringer Lehrer wurden für dieses Amt und als Kirchenpolizisten (!) berufen – ersetzen.
Zwischen dem Beschluss der Kirchgemeindeversammlung und der Inbetriebnahme des Instrumentes vergeht nur ein halbes Jahr!

1911
Ende Dezember steht somit wieder eine Orgel in der Beringer Kirche:
   Ausführung:  Goll & Cie, Luzern
   2 Manuale
   Register:  Principal  4’    Bourdon    8’
  Salicional  8’    Conzertflöte    8’
  Aeoline  8’    Subbass  16’

Die Orgel steht zunächst an der Südwand. Bald darauf wird sie an die Ostwand verlegt und schliesslich wegen Feuchtigkeitseinflüssen in den Westteil versetzt.

1972
am 10. Sept. wird die bestehende Orgel (Orgelbau Felsberg GR; 2 Manuale, 14 Register) mit einem Festgottesdienst eingeweiht.

Teile der Orgel von 1911 sind im Ortsmuseum Beringen zu sehen (Manual, Pfeifen).

Disposition 1972

Hauptwerk:     Brustwerk (schwellbar):
Rohrgedackt                8’     Pommer       8’
Prinzipal                 4’     Rohrflöte       4’
Sesquialter22/3’ + 13/5’     Oktävlein       2’
Blockflöte                2’     Spitzquinte  11/3’
Mixtur 4–5fach           11/3’     Zimbel 3fach    1/2’

Pedal:
Subbass        16’
Italienisch Prinzipal          8’
Oktave          4’
Trompete          8’

Rein mechanische Traktur und Registratur. Drehknöpfe für eine frei vorwählbare Kombination. Schwelltritt für Brustwerk.

Tonumfangder Manuale:  c – f’’’’
des Pedals:  c – d’’

Winderzeugung:  elektrisch angetriebener Ventilator
Windlade:                                    Schleiflade
Koppelmöglichkeiten:              M2 – M1; M2 – P; M1 – P

Prospekt mit Querschnitten aus Holzpfeifen der Orgel von 1911

• Ausführung: Orgelbau Felsberg GR
 Inhaber: Richard Freytag
• Konstruktion und
  Prospektgestaltung: Richard Freytag
• Intonation: Georg Jann
• Disposition und Beratung: Emil Heer, Winterthur
• Architekt: Walter Ritzmann, Schaffhausen

Einige Angaben zur Struktur

«Die drei Werke, d.h. die Orgelteile, die von den beiden Manualen (= Tastenreihen) und den Pedalen angespielt werden, sind deutlich erkennbar. Über der Tastatur befindet sich das Brustwerk, das einen eher jugendlich hellen, fröhlichen Klang hat. Die fünf Register (= Pfeifen-reihen in jeweils gleicher Bauart) werden vom zweiten Manual aus gespielt und können durch die Jalousien, die von einem Fusstritt aus bewegt werden können, in der Lautstärke beeinflusst werden.
Gleich über dem Brustwerk steht in der Mitte das Hauptwerk, das mit seinen kräftigen, festlichen Stimmen mit den Tasten des ersten Manuals verbunden ist. Die beiden Manualwerke werden von den Pedaltürmen umfasst. Durch Koppeln können die beiden Manualwerke «zusammengehängt» werden. Ebenso lassen sich die beiden Werke auch in das Pedal hinunter koppeln.
Im Prospekt der Orgel, das ist das «Gesicht» des Instrumentes, stehen im Hauptwerk und im Pedal die Prinzipalpfeifen. Diese silberhell glänzenden Pfeifen aus einer hochprozentigen Zinnlegierung (ca. 85% Zinn) unter-scheiden sich von den mit Silberbronze überstrichenen Blechpfeifen (Zink) der früheren Orgel!
Alle Prinzipalregister in der Orgel, das sind Prinzipale, Oktaven, Mixtur, Zimbel, usw. sind aus einer Legierung mit 70% Zinn (Rest Blei) gefertigt. Die weicher klingenden Stimmen (Rohrgedackt, Gedackt, Rohrflöte) enthalten ungefähr gleich viel Zinn wie Blei. Für die grossen Subbass–Pfeifen wird feinjähriges (mit engen Jahrringen gewachsenes) Fichtenholz gebraucht.
Alle Holzteile sind massiv gearbeitet und von Hand verputzt. Die Windladen sind aus Eichenholz gefertigt und für das grosse Gehäuse wurde Lärchenholz gewählt. Dank der altmeisterlichen Verar-beitung konnte auf jede künstliche Behandlung (Beizen, Lackieren) verzich-tet werden.
Als Besonderheit finden wir über der Beringer Orgel über den Pfeifen keine konventionellen Gitter. Unseres Wissens wurde hier erstmals in der Schweiz der Versuch unternommen, mit Querschnitten von Holzpfeifen der alten Orgel einen originellen Abschluss zu finden. Dadurch ist doch auch noch eine Verbindung zum vorherigen Instrument vorhanden, das so oft zu fröhlichen und traurigen Anlässen erklungen ist.»
(aus dem Artikel von Emil Heer im Schleitheimer Boten vom 7. Sept. 1972)

Dokumente