Ernte-Dank

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Was Jung und Alt hilft, nicht alles selbstverständlich zu nehmen.

Wer in seinem Kühlschrank Lebensmittel findet, angezogen ist, ein Dach über dem Kopf hat und ein Bett, um sich hinzulegen, ist reicher als 75 % der Menschheit. Wer ein Konto bei der Bank hat und etwas Geld im Portemonnaie, gehört zu den 8 % der wohlhabenden Menschen dieser Erde. Trifft all dies nicht auf uns zu?

Reich beschenkt

Wir wohnen in einem Land, in dem wir alles haben, was wir zum Leben brauchen. Wir geniessen ein Mass an Frieden, Freiheit und Wohlstand, wovon Millionen von Menschen nur träumen können. Wir können in die Schule gehen und eine Berufs-Ausbildung machen. Wir haben die Chance, es mit unserer Arbeit zu etwas zu bringen. Wir profitieren von einem guten Gesundheitssystem und von vielem mehr.

All dies ist nicht selbstverständlich. Können wir erkennen, dass wir Beschenkte sind, auch wenn wir offene Wünsche haben? Können wir sagen: Ich bin reich beschenkt, reich beschenkt von Gott? Oder schreiben wir alles, was wir erreicht haben, uns selbst zu? Sagen wir: Ich habe ja schliesslich dafür gearbeitet, es ist mein Verdienst, dass ich reich bin?

Gefährdet

Reich sein, ist nicht ungefährlich. Geld kann uns vereinnahmen, gefangen nehmen und in die Irre führen. Reichtum kann uns hochmütig machen und unbarmherzig. Dies gilt nicht nur für die Superreichen, sondern auch für so durchschnittlich reiche Menschen wie wir.

Die Bibel ist nicht gegen Reichtum, aber sie zeigt uns die Gefahren des Reichtums auf. So schreibt der Apostel Paulus seinem Schüler Timotheus (1. Timotheus 6,17): «Ermahne die, die im Sinne dieser Welt reich sind, nicht überheblich zu werden. Sie sollen ihr Vertrauen nicht auf etwas so Unsicheres wie den Reichtum setzen; vielmehr sollen sie auf Gott vertrauen, der uns alles reichlich gibt, was wir zum Leben brauchen.»

Wie unsicher Reichtum sein kann, erfuhren wir vielfach: Vor 20 Jahren das Grounding und der Konkurs der Swissair, des mündelsicheren Stolzes der Schweiz. Heute der taumelnde chinesische Immobiliengigant Evergrande mit unklaren Folgen bei einem Zusammenbruch. Und dazwischen Weltwirtschaftskrise, Krise der Schweizer Grossbanken und Eurokrise. Sagt die Bibel nicht mit gutem Grund, vertraut nicht auf so etwas Unsicheres wie den Reichtum?

Zweifacher Hunger

Die Bibel legt uns ans Herz: Vertraut auf Gott, der uns alles reichlich gibt, was wir zum Leben brauchen. Auch wenn es kein optimales Landwirtschaftsjahr war, konnten wir Getreide, Kartoffeln, Gemüse ernten, um unseren körperlichen Hunger zu stillen.

Doch dies ist nicht alles, denn der Mensch lebt nicht nur vom Brot allein. Wir haben auch einen inneren Hunger, eine Sehnsucht unserer Seele, eine Sehnsucht unseres Geistes. Um diesen inneren Hunger zu stillen, kam Gott uns in Jesus Christus entgegen.

Auf den Buchstaben, die die Unti-Kinder gestalteten, hat es neben Pflanzen, Tieren, Menschen und anderem immer wieder auch ein Kreuz – das Schweizer Kreuz und das Christus-Kreuz (siehe Bild). Das Kreuz erinnert uns, dass Jesus alles, was uns vom heiligen, dreieinigen Gott trennt, durch seinen Tod und seine Auferstehung überwand. So machte Er uns den Weg frei, dass wir, so wie wir sind, zu Gott kommen können. «Gott akzeptiert jeden», steht auf einem der Buchstaben-Plakate. Jesus lebte uns dies vor.

Geliebt werden, akzeptiert werden durch den dreieinigen Gott – ist es nicht dies, wonach sich unsere Seele und unser Geist zutiefst sehnen?

Dank und Vertrauen

«Ernte-Dank» lädt uns ein, Gott für seine sichtbaren Gaben zu danken, die unseren körperlichen Hunger stillen. «Ernte-Dank» lädt uns auch ein, Gott für seine unsichtbaren Gaben zu danken – für seine Liebe, seine Vergebung, sein Entgegenkommen – die unseren seelischen und geistlichen Hunger stillen. Und «Ernte-Dank» lädt uns ein – auch wenn es nicht so läuft, wie wir es uns wünschen – an Gott dran zu bleiben, mit Ihm unseren Weg zu gehen und Ihm zu vertrauen.

Pfr. Urs Wegmüller
Urs Wegmüller,