Freiheit und Verankerung

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Was uns die Achterbahn über das Leben sagen kann.

Sitzt man in der Achterbahn und freut sich aufgeregt auf das Abenteuer und die grosse Freiheit, muss man sich zuerst anschnallen, angurten, einen Bügel anziehen. Ohne ein solches Rückhaltesystem würde man durch die starken Kräfte, die bei heutigen Achterbahnen auf einen einwirken, hinausgeschleudert. Dies könnte tödliche Folgen haben.

Freiheit und Abenteuer sind offensichtlich nicht ohne Anbindung, nicht ohne Verankerung gefahrlos erlebbar. Dies gilt auch auf der Achterbahn des Lebens. Damit stellst sich die Frage: «Wo sind wir verankert?»

Höhenflüge und Tiefschläge

Wie das Beispiel der Achterbahn zeigt, kann unsere Verankerung nicht nur in uns selbst sein. Unzählige Menschen erfuhren und erfahren, dass sie im dreieinigen Gott, der sich uns durch Jesus Christus zeigte, einen Halt, eine Anbindung, eine Verankerung finden.

Sie finden in Gott einen Halt, der ihnen hilft, bei Höhenflügen nicht dem Grössenwahn zu verfallen und dann als Folge davon erbärmlich abzustürzen, sondern auf dem Boden der Realität zu bleiben. Und sie finden in Gott einen Halt, der ihnen hilft, nicht liegen zu bleiben, wenn sie von Tiefschlägen zusammengestaucht werden, sondern wieder aufzustehen.

Schienen

Egal um welche Achterbahn es sich handelt, die abenteuerliche Fahrt mit Freiheitserfahrungen ist nur entlang der Schienen möglich. Springt der Wagen aus den Schienen, ist die Fahrt abrupt beendet. Im schlimmsten Fall gibt es eine Katastrophe.

Auch dies hat seine Entsprechung im alltäglichen Leben: Wirkliche Freiheit gibt es nur, wo ich meine Freiheit nicht absolut setze, sondern auch die Freiheit meiner Mitmenschen respektiere – also, wo Freiheit in Verantwortung gelebt wird.

Überall, wo dies nicht geschieht, kommt es zu Katastrophen wie Mobbing, Ausbeutung, Unterdrückung, Krieg. Und davon hören wir jeden Tag in den Nachrichten. Dies müsste nicht so sein.

Bewährte Anleitung

Vergleichbar mit den Schienen der Achterbahn haben wir eine bewährte Anleitung für ein Leben in Freiheit. Nachdem Gott die Israeliten aus der Sklaverei in Ägypten befreit hatte, gab Er ihnen die sogenannten «Zehn Gebote» als Leitlinie, damit die geschenkte Freiheit nicht verloren geht, sondern erhalten bleibt.

Diese zehn Regeln für ein gelingendes Leben wollen uns also nicht knechten oder das Leben vermiesen – wie wir oft fälschlicherweise meinen – sondern bewahren uns davor, in die Katastrophe abzustürzen.

«Du sollst keine andern Götter neben mir haben», «Du sollst nicht stehlen», «Du sollst nichts Unwahres über deinen Mitmenschen sagen» – diese drei und die andern sieben Regeln helfen uns, in Freiheit und Frieden miteinander zu leben. Nur wo Frieden herrscht, gibt es letztlich auch Freiheit.

Das Wichtigste

Die Schienen der zehn Regeln für ein Leben in Freiheit sind eine konkrete Auslegung des Gebotes, dass wir Gott lieben sollen und unseren Mitmenschen wie uns selbst. Dieses doppelte Liebesgebot bezeichnete Jesus Christus als das wichtigste Gebot überhaupt.

Gott lieben und unseren Mitmenschen lieben wie uns selbst, ist die Grundschiene für ein gelingendes Leben. Jesus Christus lebte uns dies vor – bis zum Tod am Kreuz. Seine Kreuzigung an Karfreitag brachte alle unsere menschliche Lieblosigkeit ans Licht.

Leben in Fülle

Auf diesen absoluten Tiefpunkt der Achterbahnfahrt der Menschheit folgte der absolute Höhepunkt: die Auferstehung Jesu Christi von den Toten an Ostern. Damit ist alle menschliche Lieblosigkeit grundsätzlich überwunden und ein Neuanfang ist möglich.

Neu anzufangen mit Ihm – dies ist das Angebot, das der dreieinige Gott durch Jesus Christus uns macht. Es beinhaltet Leben in Fülle in Verbindung mit Ihm – hier auf dieser Erde und dann einmal in der Ewigkeit.

Pfr. Urs Wegmüller
Urs Wegmüller,