Nacht der Lichter im Münster
Bei frostigen Aussentemperaturen kamen die wohltemperierten Taizé-Lieder, die in warmem Orange gehaltene Dekoration und die Wärme der vielen Kerzen im gut gefüllten Münster besonders zur Geltung. Aus dem benachbarten Ausland kam - wie fast jedes Jahr - ein ganzer Reisebus mit Taizéfreunden
Thomas O. H. Kaiser, Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Klettgau
„Laudate omnes gentes, laudate dominum“ - „Lobsingt, Ihr Völker alle, lobsingt und preist den Herrn," so begann die Nacht der Lichter mit dem Taizé-Chor Schaffhausen unter der Leitung von Christoph Honegger.
Es ist inzwischen bei uns fast schon zur Tradition geworden, dass wir der freundlichen Einladung der Münstergemeinde Schaffhausen und ihres Pfarrers Matthias Eichrodt zur „Nacht der Lichter“ folgen: Wir, das sind Pfarrerin und Pfarrer mit den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Evangelischen Kirchengemeinden Klettgau und Kadelburg. Das Angebot stößt in unseren Kirchengemeinden jedes Jahr auf großes Interesse. So haben wir auch in diesem Jahr am 14. Januar 2017 einen 50er-Reisebus der Firma Zimmermann gechartert, um an der Taizé-Andacht im Münster teilzunehmen. Mit dabei waren diesmal zwei Flüchtlinge aus Syrien, Frauen mit ihren Kindern, darunter Säuglinge. Sie sind zum ersten Mal in einer Kirche gewesen.
Wir alle haben die besondere Atmosphäre in der alten reformierten Kirche, die zu dem Anlass in den orangen Farben von Taizé geschmückt war, genossen. Wir haben gerne die Lieder von Taizé mitgesungen, die der Chor und das Orchester intoniert haben, haben gerne die biblischen Lesungen gehört, die genau wie in Taizé in mehreren Sprachen gelesen wurden, und haben mitgebetet. Es tat gut, nach dem Singen und Beten dann vor der Kirche eine heiße Suppe zu trinken und ein Stück Brot zu essen. Es war auch diesmal zu spüren, dass viele kräftige Helferinnen und Helfer das Ihre dazu beigetragen haben, dass dieser Abend gelang. Auch in diesem Jahr waren wir erfüllt von der warmherzigen und liebevollen Atmosphäre, die im Münster herrschte, angesichts der kalten Außentemperaturen.
Auf der Rückfahrt nach Hause haben wir uns daran erinnert, wie es gewesen ist, als sich schweizerische und deutsche Christinnen und Christen erstmals vor über zehn Jahren irgendwann im Herbst rein zufällig in Burgund trafen: In einfachen Verhältnissen sind wir eines schönen Morgens in einem großen Zelt beim spartanischen Frühstück mit der für Taizé typischen wässrigen Kaba in dem verblichenen roten und blauen Plastikschälchen und dem einfachen Baguette mit dem kleinen Stückchen Butter und dem Becherchen Himbeer- oder Erdbeermarmelade miteinander ins Gespräch gekommen. „Ach, Ihr sprecht deutsch?“ „Was macht Ihr denn hier?“ „Wo kommt Ihr denn her?“ Und wir stellten wir fest, dass wir gar nicht so weit voneinander wohnten! Wir trafen uns in den Gottesdiensten in Taizé und bei den Mahlzeiten wieder und je mehr wir uns austauschten, desto mehr lernten wir, dass, trotz einer unterschiedlichen Geschichte, die Reformierten in der Schweiz und die Evangelischen in Deutschland heute viel mehr miteinander verbindet, als trennt - sind wir auf deutscher Seite im Klettgau und am Hochrhein schließlich kirchlich nicht nur durch Martin Luther geprägt, sondern auch stark von Huldrych Zwingli und Jean Calvin! Alsdann: Adressen ausgetauscht und die Telefonnummern - wie man das so macht in Taizé. Das war, wie gesagt, der Anfang und ist schon eine ganze Weile her…
Im Bus haben wir uns, inspiriert durch den Abend, überlegt: Es wäre doch eigentlich für uns mal wieder an der Zeit, eine Reise nach Taizé zu unternehmen! Zwei Mitglieder unserer Kirchengemeinde entschlossen sich spontan, eine Wanderung anzubieten: den alten Jakobsweg über Waldshut bis nach Taizé, auf Schusters Rappen. Ungefähr drei Wochen wird diese Pilgerreise dauern. Pilgern - das ist bekanntlich beten, Gott loben, mit den Füßen, für eine kurze Zeit sagen: „Ich bin dann mal weg!“ Vielleicht hat jemand aus Schaffhausen oder Umgebung Interesse daran, bei dieser Pilgertour mit dabei zu sein? Wir würden uns freuen, Anruf genügt - ganz gleich, ob reformiert oder katholisch oder konfessionslos. Oder wir verabreden uns und reisen auf unterschiedlichen Wegen, mit dem Zug oder im Auto oder per Bus nach Taizé, und treffen uns dort wieder in der Kirche der Versöhnung oder in dem Frühstückszelt wie damals, jedenfalls getreu dem Motto, das uns im Glauben an den dreieinigen Gott verbindet: „Laudate omnes gentes, laudate dominum“ - „Lobsingt, Ihr Völker alle, lobsingt und preist den Herrn.“
Ganz herzlichen Dank für diesen schönen Abend und Euch allen Gottes Segen für das Jahr 2017!
Es ist inzwischen bei uns fast schon zur Tradition geworden, dass wir der freundlichen Einladung der Münstergemeinde Schaffhausen und ihres Pfarrers Matthias Eichrodt zur „Nacht der Lichter“ folgen: Wir, das sind Pfarrerin und Pfarrer mit den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Evangelischen Kirchengemeinden Klettgau und Kadelburg. Das Angebot stößt in unseren Kirchengemeinden jedes Jahr auf großes Interesse. So haben wir auch in diesem Jahr am 14. Januar 2017 einen 50er-Reisebus der Firma Zimmermann gechartert, um an der Taizé-Andacht im Münster teilzunehmen. Mit dabei waren diesmal zwei Flüchtlinge aus Syrien, Frauen mit ihren Kindern, darunter Säuglinge. Sie sind zum ersten Mal in einer Kirche gewesen.
Wir alle haben die besondere Atmosphäre in der alten reformierten Kirche, die zu dem Anlass in den orangen Farben von Taizé geschmückt war, genossen. Wir haben gerne die Lieder von Taizé mitgesungen, die der Chor und das Orchester intoniert haben, haben gerne die biblischen Lesungen gehört, die genau wie in Taizé in mehreren Sprachen gelesen wurden, und haben mitgebetet. Es tat gut, nach dem Singen und Beten dann vor der Kirche eine heiße Suppe zu trinken und ein Stück Brot zu essen. Es war auch diesmal zu spüren, dass viele kräftige Helferinnen und Helfer das Ihre dazu beigetragen haben, dass dieser Abend gelang. Auch in diesem Jahr waren wir erfüllt von der warmherzigen und liebevollen Atmosphäre, die im Münster herrschte, angesichts der kalten Außentemperaturen.
Auf der Rückfahrt nach Hause haben wir uns daran erinnert, wie es gewesen ist, als sich schweizerische und deutsche Christinnen und Christen erstmals vor über zehn Jahren irgendwann im Herbst rein zufällig in Burgund trafen: In einfachen Verhältnissen sind wir eines schönen Morgens in einem großen Zelt beim spartanischen Frühstück mit der für Taizé typischen wässrigen Kaba in dem verblichenen roten und blauen Plastikschälchen und dem einfachen Baguette mit dem kleinen Stückchen Butter und dem Becherchen Himbeer- oder Erdbeermarmelade miteinander ins Gespräch gekommen. „Ach, Ihr sprecht deutsch?“ „Was macht Ihr denn hier?“ „Wo kommt Ihr denn her?“ Und wir stellten wir fest, dass wir gar nicht so weit voneinander wohnten! Wir trafen uns in den Gottesdiensten in Taizé und bei den Mahlzeiten wieder und je mehr wir uns austauschten, desto mehr lernten wir, dass, trotz einer unterschiedlichen Geschichte, die Reformierten in der Schweiz und die Evangelischen in Deutschland heute viel mehr miteinander verbindet, als trennt - sind wir auf deutscher Seite im Klettgau und am Hochrhein schließlich kirchlich nicht nur durch Martin Luther geprägt, sondern auch stark von Huldrych Zwingli und Jean Calvin! Alsdann: Adressen ausgetauscht und die Telefonnummern - wie man das so macht in Taizé. Das war, wie gesagt, der Anfang und ist schon eine ganze Weile her…
Im Bus haben wir uns, inspiriert durch den Abend, überlegt: Es wäre doch eigentlich für uns mal wieder an der Zeit, eine Reise nach Taizé zu unternehmen! Zwei Mitglieder unserer Kirchengemeinde entschlossen sich spontan, eine Wanderung anzubieten: den alten Jakobsweg über Waldshut bis nach Taizé, auf Schusters Rappen. Ungefähr drei Wochen wird diese Pilgerreise dauern. Pilgern - das ist bekanntlich beten, Gott loben, mit den Füßen, für eine kurze Zeit sagen: „Ich bin dann mal weg!“ Vielleicht hat jemand aus Schaffhausen oder Umgebung Interesse daran, bei dieser Pilgertour mit dabei zu sein? Wir würden uns freuen, Anruf genügt - ganz gleich, ob reformiert oder katholisch oder konfessionslos. Oder wir verabreden uns und reisen auf unterschiedlichen Wegen, mit dem Zug oder im Auto oder per Bus nach Taizé, und treffen uns dort wieder in der Kirche der Versöhnung oder in dem Frühstückszelt wie damals, jedenfalls getreu dem Motto, das uns im Glauben an den dreieinigen Gott verbindet: „Laudate omnes gentes, laudate dominum“ - „Lobsingt, Ihr Völker alle, lobsingt und preist den Herrn.“
Ganz herzlichen Dank für diesen schönen Abend und Euch allen Gottes Segen für das Jahr 2017!