Stille Seen und viel Geschichte

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Erst Wasser und Wälder, dann Grossstadt und Zeitgeschichte: Im August waren die Konfirmandinnen und Konfirmanden von St. Johann-Münster gemeinsam unterwegs. Nach mehreren Tagen mit dem Kanu durch die Mecklenburgische Seenplatte führte die Reise für drei Tage nach Berlin. Dort begegneten die Jugendlichen deutscher Geschichte, jüdischem Leben und christlicher Gegenwart – und hatten zugleich Zeit, die Grossstadt auf eigene Faust zu entdecken. Was von dieser besonderen Woche bleibt, erzählen sie selbst.
Roland Diethelm,
Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Am ersten Tag unserer Reise besuchten wir die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Von aussen sah sie sehr speziell und wie ein Quader aus. Innen drin sah man nur das blaue Glas und den riesigen goldenen Jesus. Darin konnten wir einen evangelischen Gottesdienst anhören, das war sehr eindrucksvoll.

Leandro und Yannik

Unterwegs mit dem Kanu

Wir haben hauptsächlich mit Stechpaddeln gepaddelt. Jeder Anfang ist zwar schwierig, aber jeder bekam den Dreh am Ende raus. Vor allem am zweiten Tag hat uns das Paddeln sehr ans Limit gebracht, da es ganze 27 km zu paddeln waren. Aber am letzten Tag war es zwar technisch, aber körperlich nicht so anstrengend. Dafür musste man bei den verwinkelten Kanälen sehr viel Geduld aufbringen, Geometrie können und Blätter als Lieblingsessen haben.

Daniel, der Mann von Herrn Diethelm, versorgte uns jeden Abend beim Kanufahren mit sehr köstlichem Essen. Beispielsweise Pasta, Polenta oder Tomatensalat. Wir möchten ihm dafür sehr danken. Grüsse gehen raus!

Leandro und Yannik

Berlin erleben

Unsere Klassenfahrt nach Berlin war sehr spannend und abwechslungsreich. Als wir in Berlin ankamen, gingen wir zuerst ins Hotel und bezogen unsere Zimmer. Danach gingen wir gemeinsam in ein vietnamesisches Restaurant. Das Essen war sehr lecker. Anschliessend gingen wir zurück ins Hotel und schliefen.

Am nächsten Morgen besuchten wir die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen. Dort hatten wir eine Führung durch das ehemalige Gefängnis. Besonders beeindruckend war, dass uns der Zeitzeuge Mario Röllig von seinen eigenen Erlebnissen erzählt hat. Er war selbst in Hohenschönhausen inhaftiert und zeigte uns die verschiedenen Räume. Dabei erklärte er uns, wie das Gefängnis früher genutzt wurde und was er dort selbst erlebt hatte. Dieser Besuch war für uns sehr eindrucksvoll und interessant.

Danach gingen wir einen Döner essen. Später besuchten wir das Jüdische Museum. Auch dort lernten wir viel über die Geschichte. Es war zwar nicht ganz so beeindruckend wie Hohenschönhausen, aber trotzdem sehr interessant und sehenswert.

Am Abend hatten wir Freizeit. Wir gingen in ein mexikanisches Restaurant und assen Tacos. Danach durften wir bis Mitternacht die Stadt erkunden. Dabei konnten wir auch das Berliner Nachtleben erleben, das ganz anders war als bei uns. Später bekamen wir noch einmal Hunger und holten uns einen Döner. Der war unglaublich lecker und wahrscheinlich einer der besten Döner, die wir je gegessen hatten. Danach gingen wir wieder zurück ins Hotel.

Am nächsten Tag machten wir eine Schnitzeljagd durch Berlin. Dabei beschäftigten wir uns unter anderem mit Stolpersteinen, die an Menschen erinnern, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt wurden. Die Schnitzeljagd war eine gute Mischung aus Lernen und Spass.

Danach hatten wir noch einmal Freizeit. Wir gingen shoppen, erkundeten Berlin und gingen gemeinsam essen. Am Abend waren wir noch bei einem pakistanischen Restaurant. Danach war unsere Klassenfahrt leider schon fast vorbei.

Insgesamt war die Reise nach Berlin sehr cool und abwechslungsreich. Wir haben viel erlebt, viel über Geschichte gelernt und hatten auch genügend Freizeit, um die Stadt selbst zu entdecken. Die Klassenfahrt wird uns sicher noch lange in Erinnerung bleiben.

Noel und Dominic

Zur Person: Mario Röllig

Mario Röllig wurde 1967 in Ost-Berlin geboren. Als junger Mann geriet er ins Visier der Staatssicherheit. Nachdem er sich geweigert hatte, als Inoffizieller Mitarbeiter für die Stasi zu arbeiten, wurde er überwacht und unter Druck gesetzt. 1987 versuchte er über Ungarn aus der DDR zu fliehen. Er wurde verhaftet und in das zentrale Untersuchungsgefängnis des Ministeriums für Staatssicherheit in Berlin-Hohenschönhausen gebracht.

Heute kehrt Mario Röllig freiwillig an diesen Ort zurück. Seit 1999 führt er Besucherinnen und Besucher durch die Gedenkstätte und erzählt insbesondere jungen Menschen von Verfolgung, Haft und dem Leben in der DDR. Für unsere Konfirmandinnen und Konfirmanden bekam Geschichte damit ein Gesicht: Die Räume des ehemaligen Gefängnisses waren nicht mehr nur historische Orte – vor ihnen stand ein Mensch, der selbst hier eingesperrt gewesen war und davon erzählen konnte.


Orientierungslauf durch Berlin

Am letzten Tag in Berlin hatte Lukas einen OL für uns vorbereitet. Es ging durch die ganze Stadt mit verschiedenen Rätseln, und fast alle Aufgaben hatten mit Stolpersteinen zu tun. Am Schluss fanden wir einen Ort, an dem wir ein Denkmal für die Holocaust-Opfer gestaltet haben.

Sophia, Anna und Emilija

Eine Woche, die bleibt

Paddeln und Lagerleben, gemeinsames Essen und Grossstadt, Gottesdienst und Geschichte, ernste Begegnungen und viel freie Zeit: Die Reise führte die Jugendlichen durch sehr unterschiedliche Welten. Gerade diese Mischung machte die Woche aus. Vieles wurde unterwegs gemeinsam erlebt – manches wird wohl noch lange weitererzählt werden. Vor allem die Tage in der Natur haben die Gruppe eng zusammengeschweisst und aus vielen Einzelnen eine starke Gemeinschaft gemacht.
Konflager 2026
03.10.2026
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