Im Abschlusskonzert von Andreas Jud erklingen romantische Orgelwerke aus Frankreich und Deutschland. Zu Beginn erklingt ein Offertoire von Louis Lefébure-Wély. Lefébure-Wély wirkte an Saint-Sulpice, ist somit direkter Vorgänger von Widor und gehört auch musikalisch einer früheren Generation an. Seine Musik ist oft liturgisch gedacht, aber trotzdem sehr wirkungsvoll und mit schönen Melodien versehen. Mit Camille Saint-Saëns ist ein weiterer Komponist mit Musik vertreten, welcher etwas im Schatten anderer Orgelkomponisten aus dieser Zeit steht. Die gespielten Trois Rhapsodies sur des Cantiques Bretons sind Frühwerke, aber trotzdem sehr fantasievolle und klangvolle Stücke. Sie haben Saint-Saëns so gut gefallen, dass er später zwei davon noch für grosses Orchester bearbeitet hat. Mit der grossen Phantasie über den Choral "Halleluja! Gott zu loben" von Max Reger schliesst sich der Kreis zum ersten Konzert, welches mit Reger begonnen hat. Der der Phantasie zugrunde liegende Choral ist heute weitgehend unbekannt, ertönt aber so prominent und genial harmonisiert, dass man trotzdem das Gefühl bekommt, die Melodie zu kennen. Eine mitreissende Fuge führt zur letzten Strophe und schliesst das Werk fulminant ab.
Kontakt: Andreas Jud

