«Jerusalema»

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Ein Gebet geht um die Welt und vermittelt Hoffnung in der Krise.

«Jerusalema», dieser Song aus Südafrika, bringt Menschen auf der ganzen Welt zum Tanzen. Anders als beim Corona-Virus verlief die Ansteckung nicht über Tröpfchen, Aerosole, Hände oder Oberflächen, sondern über die sozialen Medien im Internet.

Das offizielle Video wurde über 300 Millionen Mal angeklickt. Zusätzlich gibt es eine unüberblickbare Zahl von Tanz-Videos. Das Besondere: Dieses Lied ist ein Gebet!

Worte zugefallen

DJ «Master KG», der die Melodie komponierte, sagt über die Entstehung des Songs: «Als ich mit Sängerin Nomcebo Zikode im Studio war und wir Ideen besprachen, kamen ‘aus dem Nichts’ plötzlich die Worte ‘Jerusalema ikhaya lami’ – ‘Jerusalem ist meine Heimat’. Wir waren begeistert und nahmen sie auf.»

In Angola sah eine Tanzgruppe dieses Video. An ihrem 5-jährigen Jubiläum machte sie eine Choreographie dazu. In der Hand halten die Tänzerinnen und Tänzer einen Teller mit einem einfachen Essen. Adlison Maiza, einer der Tänzer sagt: «Der Tanz soll zeigen, dass man auch mit wenig glücklich sein kann.»

Das Video, das die angolanische Tanzgruppe auf das Internet lud, löste ein weltweites «Jerusalema»-Tanz-Fieber aus. Auch die Schweiz tanzt mit. Für DJ «Master KG» kam dieser Erfolg unerwartet. Er sagt: «Ich danke immer wieder Gott dafür.»

Himmlisches Jerusalem

Was Sängerin Nomcebo Zikode in ihrer Muttersprache «Zulu» singt, drückt ihre Sehnsucht aus, ihre Bitte an Gott. Sie sagt: «Ich singe: Lass mich nicht hier, dies ist nicht mein Zuhause. Bring mich nach Jerusalem, wo ich Frieden und Glück finden kann.»

Und sie erklärt: «Mit ‘Jerusalem’ ist ein spiritueller Ort gemeint, an dem man Frieden findet, an dem es keine Sorgen gibt, sondern nur Glück und fröhliche Menschen.»

Diese Beschreibung trifft zu auf das himmlische Jerusalem, von dem der Seher Johannes im letzten Buch der Bibel berichtet. In einer Vision sieht er eine heilige Stadt, ein neues Jerusalem, das vom Himmel kommt. In der Mitte befindet sich kein heiliges Gebäude. In der Mitte ist Gott!

Dass Gott DA ist, dass Er bei den Menschen wohnt – dies macht das himmlische Jerusalem aus, dies ist die Grundlage für umfassenden Frieden. Menschen unterschiedlicher Herkunft werden Gottes Völker. Ihre tiefste Identität besteht darin, dass sie zu Gott gehören.

Wo Gott so ganz in der Mitte ist, ist alles Leid überwunden, ist auch der Tod überwunden, ist ewiges Leben.

Verankert in Christus

Die Hoffnung auf dieses himmlische Jerusalem hat ihren Anker in dem, was Jesus Christus im irdischen Jerusalem für uns tat.

Jesus nahm auf sich, was uns unheilige Menschen vom heiligen Gott trennt. Persönliche und gesellschaftliche Schuld trug Er ans Kreuz von Golgatha, wo er starb. Am dritten Tag auferstand Er von den Toten. So machte Er uns den Weg frei zu Gott und damit zum himmlischen Jerusalem.

Unsere Gegenwart ist also ausgespannt zwischen Kreuzigung und Auferstehung Jesu Christi im irdischen Jerusalem und dem umfassenden Frieden im himmlischen Jerusalem.

Drei Bitten

Im Song «Jerusalema» werden immer wieder drei Bitten an Gott gerichtet – ohne dass Gott direkt angesprochen wird. Die erste Bitte: «Rette mich» oder «Schütze mich» – je nach Übersetzung. Die zweite Bitte: «Geh mit mir», «Begleite mich». Die dritte Bitte: «Lass mich nicht zurück», «Verlass mich hier nicht».

Damit wird Gott einerseits um konkrete Hilfe im Alltag gebeten und andererseits um ewiges Heil im himmlischen Jerusalem. Im Hintergrund steht die Ahnung, das Wissen, dass das Irdische nicht unsere letzte Bestimmung ist, sondern dass unsere tiefste Heimat bei Gott ist.

Pfr. Urs Wegmüller

Urs Wegmüller,