Unterem Schirm vom Höchschte

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Liebe Leserin, lieber Leser

"Unterem Schirm vom Höchschte, da bin ich geborge Tag und Nacht!" Dieses Lied nach Psalm 91 singen wir im Kolibri und in der religiösen Feier im Ilgenpark und es summt immer wieder in meinem Herz. An welchen Schirm denken Sie, wenn Sie diesen Liedtext lesen - an den Regen- oder den Sonnen-Schirm?

In den vergangenen Wochen haben mir beide Schutz geboten: Der Gewitter-Regen hat mich nicht gänzlich durchnässt und die Sonnenglut ist gemildert worden.

Wenn ich mich im Glauben und Vertrauen auf Gottes Nähe unter seinen Regenschirm stelle, lösen sich nicht einfach alle Herausforderungen und Unsicherheiten im Alltag in Luft auf. Aber die Tropfen schwieriger Erlebnisse, Alltagsfrust, Misserfolg oder andere Herausforderungen, die niederprasseln, erschlagen mich nicht. Trauriges muss ich verarbeiten, muss mich nach Enttäuschungen über mich selber oder über andere aufrappeln und mit Gottes Hilfe neue Wege suchen. Aber ich bin nicht allein und nicht hilflos ausgeliefert. Das macht mir Mut, auch wenn ich noch nasse Füsse habe, die erst wieder trocknen müssen.

Wo brauche ich denn im übertragenen Sinn Schatten des Sonnenschirms? Was heizt mir im Alltag ein? Ich erlebe dies, wenn Zweifel, Ängste, Unsicherheiten und Anforderungen des Alltags mich stechen. Wenn ich matt werde und mutlos, mir buchstäblich die Zunge am Gaumen klebt im Moment, wo ich Gott loben will und mir im ersten Moment nur alles Unzulängliche, alle Weltnot, alles Elend in den Sinn kommen. Im bewussten Reden mit meinem Schöpfer- und Erlöser-Gott erfahre ich erfrischenden Schatten, der Kraft und Freude spendet, auch wenn mein verschwitztes T-Shirt eine Wäsche nötig hat.

Sonne und Regen sind unabdingbar für Leben auf unserer Erde. Aber sie sind - in der Natur und auch im persönlichen Leben - nicht immer genau so wohl dosiert, wie ich es mir vorstelle und wünsche. Gott weiss darum!

Deshalb wünsche ich Ihnen und mir, dass wir das Lied des Be-Schirmt-Seins hilfreich in die kommende Zeit mitnehmen können.

Mit herzlichen Grüssen
Rita Wegmüller
Rita Wegmüller,