Ausstellung über das Volk der Sahraouis

dieses Volk soll nicht vergessen gehen
Peter Vogelsanger,
Im Norden der Sahara-Wüste kämpft ein Volk seit Jahrzehnten um Anerkennung und um Land. In vier grossen Lagern lebt mittlerweile die dritte Generation.

Wir unterstützen seit Jahren dieses über das Schweizerische Unterstützungskommittee für die Sahraouis (SUKS) mit Sonntagskollekten. Nun organisieren wir zusammen mit SUKS eine Ausstellung und ein Begleitprogramm:

Ausstellung "Woher kommst du?" im Trülli (offen während der üblichen Anlässe)

Eröffnung: Sonntag, 13. Juni, nach dem Gottesdienst
(mit Tee, Datteln usw.)

Filmabend "Wilaya": Dienstag, 15. Juni, 19.30 Uhr

Vortragsabend mit Frau Elisabeth Bäschlin: Freitag, 18. Juni, 19.30 Uhr

Mittagessen (Couscous-Spezialität): Sonntag, 27. Juni, 12 Uhr

freier Eintritt - Kollekte

über den Vortrag berichten die Schaffhauser Nachrichten:


Schaffhauser Menschenrechtstage
Jahrzehntelanges Warten der Sahraouis in der Wüste

Schaffhauser Nachrichten | 21. Juni 2021

An den Schaffhauser Menschenrechtstagen wurde auf die Lage der Sahraouis aufmerksam gemacht. Dieses Volk lebt seit über 30 Jahren in Flüchtlingslagern.

von Julia Vetter

Es war heiss im Kirchgemeindehaus Trülli. Doch Elisabeth Bäschlin schien das nicht zu stören. Die Präsidentin des Schweizerischen Unterstützungskomitees für die Sahraouis (Suks) ist sich Wüstenklima gewohnt: «Ich war sicher schon 40-mal in der Westsahara», sagte sie. Der Grund dafür ist die Lage der Sahraouis. Mitten in der Wüste, im Grenzgebiet zwischen Algerien, Mauretanien, Marokko und der Westsahara, wartet dieses Volk seit über 30 Jahren in Flüchtlingslagern auf eine Rückkehr in seine Heimat. In einem Vortrag erzählte Bäschlin von deren Geschichte und dem Lageralltag und brachte mit Fotos die Anwesenden für eine Stunde in die Westsahara.

Die Westsahara, die Heimat der Sahraouis, war ein spanisch besetztes Kolonialgebiet. 1960 beschloss die UNO-Vollversammlung das universelle Recht auf Selbstbestimmung – Bevölkerungen kolonial besetzter Gebiete sollten über sich selber bestimmen dürfen. Doch Marokko erhob kurz darauf Anspruch auf die Westsahara und nahm das Gebiet ein. Die Sahraouis flohen in den 1970er-Jahren nach Algerien, wo die Regierung ihnen ein Gebiet zur Verfügung stellte. Seit 1991 herrscht Waffenstillstand. Zwar sah im selben Jahr ein UNO-Friedensplan die Durchführung eines Referendums vor, bei dem das Volk der Sahraoui über seine Autonomie abstimmen sollte. Die meisten Menschen hofften, bald in ihre Heimat zurückkehren zu können – doch bis heute wurde diese Abstimmung durch die Regierung von Marokko verhindert. «Etwa 180 000 Menschen harren nun schon in der dritten Generation in Flüchtlingslagern aus», sagte Bäschlin. Die Sahraouis gründeten im Exil ihren eigenen Staat mit funktionierendem Schul- und Bildungswesen, einem Rechtssystem und vielem mehr. Auf Bäschlins Fotos sind Ziegenställe, Schulen, Läden und Spitäler zu sehen – sogar Gärten, mitten in der Wüste. Das Suks unterstützt die Sahraouis seit Langem mit Projekten und Jugendarbeit.

Organisiert wurde der Vortrag von der Reformierten Kirchgemeinde Herblingen in Zusammenarbeit mit dem Suks. Im Kirchgemeindehaus ist zusätzlich bis am 27. Juni eine Ausstellung über die Sahraouis zu sehen. Unterstützt wird das Angebot von den Schaffhauser Menschenrechtstagen. Zum Abschluss wird ein authentisches Couscous-Essen organisiert. «Das Ziel ist, die Schweizer Bevölkerung auf die Lage der Sahraouis aufmerksam zu machen», so Pfarrer Peter Vogelsanger. Die Situation in der Westsahara sei hierzulande fast nicht bekannt. «Die Sahraouis wollen ihr Recht auf politische Selbstbestimmung einfordern», ergänzte Bäschlin. «Es geht hier um ein grundlegendes Recht – und nicht um das Recht des Stärkeren.»
Bereitgestellt: 03.06.2021