Peter Vogelsanger

Am Anfang steht die Begeisterung - Bibel einfach erklärt

Peter Vogelsanger (Foto: Fele (SN))

Die Bibelstelle spricht nicht von einem vergangenen Ereignis, sondern von der Gegenwart. Entweder lassen wir uns "be-Geistern". Oder es lässt uns kalt.

Peter Vogelsanger,
Jede Woche erscheint in den SN eine Kolumne zu einem zentralen Thema der Bibel.

Am Freitag vor dem Pfingstwochenende stammt der Artikel aus Herblingen:

Bibelstelle:
APOSTELGESCHICHTE, KAPITEL 2, VERSE 1 BIS 4:
«Als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle beieinander an einem Ort. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Sturm und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt und wie von Feuer, und setzten sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen zu reden eingab.» APOSTELGESCHICHTE, KAPITEL 2, VERSE 1 BIS 4

Für die meisten Kirchen gilt das damalige Pfingstereignis als die Geburtsstunde schlechthin. Es geschah einige Zeit nach dem Tod und nach der Auferstehung von Jesus Christus. Obwohl die Ostererscheinungen seltener wurden, trafen sich die Freunde des Evangelium regelmässig an einem diskreten Ort in Jerusalem. Bei einem solchen Treffen passierte es: die Christus-Freunde wurden vom heiligen Geist erfasst, fühlten sich völlig befreit und sprudelten nur so vor Freude. Alle sprachen durcheinander - in allen Sprachen der Welt. Jesus als menschliches Gegenüber hatten sie verloren, dafür trugen sie nun den heiligen Geist in sich.
Die Aussenstehenden nahmen das Ereignis allerdings völlig anders war. Sie liessen sich von der Euphorie nicht anstecken. Die Fröhlichkeit war für sie nur Ausdruck von Trunkenheit. Schon in der Bibel werden spirituelle Erlebnisse verschiedenen beschrieben, je nachdem ob sie von innen oder aussen wahrgenommen werden.
Das Pfingsterlebnis sollte nicht als religiöse Schwärmerei missverstanden werden. Teamgeist, Sportgeist und andere Formen von Begeisterung sind oft matchentscheidend. Wenn in unserer Schulzeit der Klassengeist gefehlt hatte, erinnern wir uns mit unguten Gefühlen zurück. Ohne den Geist wird das Leben geistlos. Einen verirrten Geist bezeichneten unsere Grosseltern als "geisteskrank".
Bei Pfingsten geht es sogar um den heiligen Geist. Dieses war viel mehr als ein frommes Gefühl oder eine religiöse Spielerei. Die Auswirkungen waren einschneidend: die vom heiligen Geist Erfassten bildeten in der Folge Gebetsgemeinschaften, trafen sie zu regelmässig zu gemeinsamen Abendmahl-Essen und teilten Geld und Güter miteinander. So entstand die Urkirche.


Peter Vogelsanger


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Rückmeldungen

23.05.2025 11.51 V.
Lieber Peter,
ich danke Dir ganz herzlich für Deinen eindrücklichen Text in der SN und freue mich sehr an Deinem Hinweis auf den "Oberzöllner"....Beim Lesen dachte ich" Dein Wort in Gottes Ohr" Alles Liebe und viele herzliche Grüsse V.
Bereitgestellt: 22.05.2026      
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