Eine Münze hat einen konkreten Wert. Auch unser Leben hat einen konkreten Wert, der sich aber nicht beziffern lässt. Er speist sich aus seiner göttlichen Herkunft und übersteigt jede menschliche Berechnung.
MATTHÄUSEVANGELIUM, KAPITEL 22, VERSE 17 BIS 21:
«Meister, ist es erlaubt, dem Kaiser Steuer zu zahlen, oder nicht? Jesus erkannte ihre böse Absicht und sagte: Ihr Heuchler, warum versucht ihr mich? Zeigt mir die Münze, mit der ihr eure Steuern bezahlt! Da hielten sie ihm einen Denar hin. Er fragte sie: Wessen Bild und Aufschrift ist das? Sie antworteten ihm: Des Kaisers. Darauf sagte er zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!»
Auf der Münze ist der Kopf des Kaisers abgebildet – sie kann legitim als Mittel der Steuerpflicht verwendet werden. Ebenso als Zahlungsmittel für die täglichen Bedürfnisse oder für karitative Zwecke.
Jesus bezeichnet die Münze nicht wie an anderer Stelle als Mammon – als antigöttliche Macht – wenn sie denn ein Mittel zur Zweckerfüllung bleibt. Zum Mammon wird sie erst, wenn das eigene Gesicht darauf abgebildet ist. Wenn wir uns mit ihr identifizieren, sie der Referenzpunkt für unseren Wert wird.
Das Gesicht soll nicht auf der Münze sein, wir sollen uns nicht an Irdisches oder Materielles verkaufen oder unseren Stellenwert und den der anderen daran messen.
Mein Gesicht, oder anders gesprochen mein Leben, gehört Gott. Es kann weder mit Münzen gekauft noch mit Geld bezahlt werden.
Hilarius von Poitiers formuliert dies prägnant, wenn er sagt: „Diejenige Goldmünze gehört dem Kaiser, die sein Bild trägt. Die Münze aber, die Gott gehört, ist der Mensch, in den das Bild Gottes eingeprägt ist.“
Das Leben gehört nach biblischen Verständnis Gott und ist die Währung, mit der wir in seinem Dienst stehen. Im Dienst am Reich Gottes auf Erden. Dies durchaus auch in materieller Hinsicht, die sich in karitativen Gaben und Werken zum Wohl von Schöpfung und Geschöpf zeigen darf und soll.
Geld – eine Medaille mit zwei Seiten. Wenn auf der zweiten Seite der Münze nicht unser Gesicht zu finden ist, muss es nicht zum Mammon werden. Dann kann es uns zum Mittel werden um Gott zu geben, was seines ist.
Geld und Bibel – ein ungewohntes Thema. Obwohl sich erstaunlich viele Erzählungen der Bibel um das Thema Geld drehen. Sei es im übertragenen Sinn oder als Handlungsanweisungen.
Am 28. Oktober wird Dr. theol. Aleksandra Brand im St. Konrad einen Vortragsabend zum Thema gestalten. Der Titel lautet „Zwischen Caritas und Dämonologie – das Geld in der Bibel“. Eine gute Gelegenheit darüber nachzudenken, was uns die Bibel zum Thema Geld auch heute noch zu sagen hat. Näheres unter www.die-kirchen-diskutieren.ch.
Bernadette Peterer, Theologin, Kath. Pastoralraum Schaffhausen-Reiat
E-Mail:
Kolumne in den Schaffhauser Nachrichten
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«Meister, ist es erlaubt, dem Kaiser Steuer zu zahlen, oder nicht? Jesus erkannte ihre böse Absicht und sagte: Ihr Heuchler, warum versucht ihr mich? Zeigt mir die Münze, mit der ihr eure Steuern bezahlt! Da hielten sie ihm einen Denar hin. Er fragte sie: Wessen Bild und Aufschrift ist das? Sie antworteten ihm: Des Kaisers. Darauf sagte er zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!»
Auf der Münze ist der Kopf des Kaisers abgebildet – sie kann legitim als Mittel der Steuerpflicht verwendet werden. Ebenso als Zahlungsmittel für die täglichen Bedürfnisse oder für karitative Zwecke.
Jesus bezeichnet die Münze nicht wie an anderer Stelle als Mammon – als antigöttliche Macht – wenn sie denn ein Mittel zur Zweckerfüllung bleibt. Zum Mammon wird sie erst, wenn das eigene Gesicht darauf abgebildet ist. Wenn wir uns mit ihr identifizieren, sie der Referenzpunkt für unseren Wert wird.
Das Gesicht soll nicht auf der Münze sein, wir sollen uns nicht an Irdisches oder Materielles verkaufen oder unseren Stellenwert und den der anderen daran messen.
Mein Gesicht, oder anders gesprochen mein Leben, gehört Gott. Es kann weder mit Münzen gekauft noch mit Geld bezahlt werden.
Hilarius von Poitiers formuliert dies prägnant, wenn er sagt: „Diejenige Goldmünze gehört dem Kaiser, die sein Bild trägt. Die Münze aber, die Gott gehört, ist der Mensch, in den das Bild Gottes eingeprägt ist.“
Das Leben gehört nach biblischen Verständnis Gott und ist die Währung, mit der wir in seinem Dienst stehen. Im Dienst am Reich Gottes auf Erden. Dies durchaus auch in materieller Hinsicht, die sich in karitativen Gaben und Werken zum Wohl von Schöpfung und Geschöpf zeigen darf und soll.
Geld – eine Medaille mit zwei Seiten. Wenn auf der zweiten Seite der Münze nicht unser Gesicht zu finden ist, muss es nicht zum Mammon werden. Dann kann es uns zum Mittel werden um Gott zu geben, was seines ist.
Geld und Bibel – ein ungewohntes Thema. Obwohl sich erstaunlich viele Erzählungen der Bibel um das Thema Geld drehen. Sei es im übertragenen Sinn oder als Handlungsanweisungen.
Am 28. Oktober wird Dr. theol. Aleksandra Brand im St. Konrad einen Vortragsabend zum Thema gestalten. Der Titel lautet „Zwischen Caritas und Dämonologie – das Geld in der Bibel“. Eine gute Gelegenheit darüber nachzudenken, was uns die Bibel zum Thema Geld auch heute noch zu sagen hat. Näheres unter www.die-kirchen-diskutieren.ch.
Bernadette Peterer, Theologin, Kath. Pastoralraum Schaffhausen-Reiat
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