Eine biblische Geschichte neu erzählt - Bibel einfach erklärt (SN)

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Ingo Baecker (Foto: SN Bibelkolumne)
Eine bekannte Geschichte neu zu erzählen, kann die Perspektive verändern.
LUKAS KAPITEL 10, VERSE 25-29
«Und siehe, da stand ein Gesetzeslehrer auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muss ich tun, dass ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Was steht im Gesetz geschrieben? Was liest du? Er antwortete und sprach: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft und deinem ganzen Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst« Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; tu das, so wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesus: Wer ist denn mein Nächster?»

Ein Gesetzeslehrer fragte also Jesus: Wer ist mein Nächster?

Da antwortete ihm Jesus: Ein Mann ging von Jerusalem nach Jericho und wurde von Räubern überfallen. Sie plünderten ihn aus, schlugen ihn nieder und liessen ihn halbtot liegen. Zufällig kam ein Priester denselben Weg herab. Er sah ihn, wollte schon weitergehen, besann sich dann aber eines anderen. Was wäre ich für ein Priester, wenn ich den Mann hier so liegen liesse? dachte er und setzte sich neben ihn auf den Boden. Was kann ich für dich tun? dachte der Priester mehr als er sagte. Und plötzlich begann es aus ihm heraus zu beten. Psalmworte kamen ihm über die Lippen, und er spürte, wie seine geflüsterten Worte den Mann ruhiger machten.
Wenig später kam ein Levit zu der Stelle. Er hielt an und fragte: Kann ich euch helfen?

Da antwortete der Priester: Ich konnte bisher nicht viel mehr tun als Beten. Aber hast du vielleicht noch etwas Wasser? Mein eigenes ist längst aufgebraucht. Da holte der Levit seinen Wasservorrat hervor und teilte ihn mit den beiden.

Etwas später kam ein weiterer Mann auf einem Reittier zu der Stelle. Der Priester und der Levit erkannten schon von Weitem, dass es sich um einen Ausländer, vermutlich aus Samarien, handelte. Der Samariter hiess sein Reittier stehenbleiben und fragte, ob er helfen könne. Er wartete die Antwort der beiden gar nicht ab, sondern stieg vom Tier und fing an, die Wunden des Halbtoten zu versorgen.

Erst dann begannen die drei miteinander zu reden. Was können wir jetzt noch tun?
Schliesslich hoben sie den Schwerverwundeten auf das Reittier und liefen gemeinsam nebenher bis zur nächsten Herberge. Dort brachten sie den verletzten Mann unter, legten ihr Geld zusammen und sagten zu dem Wirt: Sorge gut für diesen Mann. Wenn du noch mehr Geld brauchst, werden wir dir geben, was du benötigst.

Darauf sagte Jesus zu dem Gesetzeslehrer: Wer von diesen dreien hat sich als Nächster in der Not erwiesen? Der Gesetzeslehrer antwortete: Alle drei haben barmherzig gehandelt.
Da sagte Jesus: Und was hat ihnen dazu die Kraft gegeben? Der Gesetzeslehrer antwortete: Dass sie beim Helfen nicht allein waren, sondern dass sie sich gegenseitig unterstützt haben.
Du hast recht hat, sagte Jesus: Geh, suche dir Verbündete und handle genauso.

Ingo Bäcker
Spital- und Gefängnisseelsorger
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