Verantwortlich für diese Seite

Bibel einfach erklärt (SN): Der Gott der Schwächlinge

Altes Buch —  Ministerialbibliothek Schaffhausen<div class='url' style='display:none;'>/kg/hallau/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirchenweb.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>203</div><div class='bid' style='display:none;'>4290</div><div class='usr' style='display:none;'>1</div>

Gottes Kraft wird da offenbar, wo von uns Menschen nichts zu erwarten ist: in der Zerbrechlichkeit unseres Lebens. In Jesus hat Gott sich dieser Zerbrechlichkeit ausgesetzt. Das verachtete Kreuz zeigt die alles wendende Macht Gottes.
Eva Baumgardt,
Der Gott der Schwächlinge

2. KORINTHER KAPITEL 12, VERS 9
„Du hast genug an meiner Gnade, denn die Kraft findet ihre Vollendung am Ort der Schwachheit.“

Schwäche zu zeigen ist uncool. In „Gregs Tagebuch“ rät der grosse Bruder für den ersten Tag an der neuen Highschool: „Lach nicht, schau dich nicht um, bleib nicht stehen, quatsch niemanden an.“ Mit anderen Worten: Lass niemanden sehen, was du denkst oder fühlst oder ob du für jemanden eine „Schwäche“ hast. Zeigst du das, machst du dich verwundbar. Stärke zu zeigen und Schwäche zu verbergen ist nicht nur an der Schule Überlebensmaxime. Für Militärparaden wird in einigen Ländern viel Geld ausgegeben.

Der Apostel Paulus spricht im zweiten Brief an die Gemeinde in Korinth über seine eigene Schwäche.
Denn von dort weht ihm ein scharfer Wind entgegen. Einflussreiche Leute stellen seine Autorität in Frage. Er sei offensichtlich auch nur ein schwacher Mensch. Er könne zwar tolle Briefe schreiben, aber seine Live-Predigten seien lahm. Ausserdem hätte er im Gottesdienst keine Geistvisionen, da gäbe es andere, die doch mehr Erschütterung bei den Gemeindegliedern hervorrufen könnten.

Paulus leidet darunter und fühlt seine Schwäche wie einen Stachel im Fleisch. Aber er hört Gottes Zuspruch: „Du hast genug an meiner Gnade, denn die Kraft findet ihre Vollendung am Ort der Schwachheit.“
Das hebt unser normales Denk- und Verhaltensmuster komplett aus den Angeln. Eine ganz neue Sicht ist gefragt: Schwäche ist kein Makel, sondern Voraussetzung dafür, dass Gottes Kraft erst sichtbar wird. Paulus bringt es auf den Punkt: "Wenn ich schwach bin, bin ich stark." Er hat seine Grenzen erkannt den Rest der Sorge Gottes überlassen. Das Ergebnis war die Ausbreitung des Christentums rund ums Mittelmeer.

Eva Baumgardt, Pfarrerin der Ev.-Ref. Kirchgemeinde Neunkirch
Eva Baumgardt2
Pfarrerin
Eva Baumgardt
Herrengasse 28
8213 Neunkirch

052 681 12 20

Bereitgestellt: 01.08.2020      
aktualisiert mit kirchenweb.ch