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Bibel einfach erklärt (SN): ISAAKS TROST

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Als verwöhntes Einzelkind wurde der Erzvater Isaak vom Tod seiner Mutter besonders hart getroffen. Dass er schliesslich Trost fand, hatte auch mit der entschlossenen Hilfe eines lieben Mitmenschen zu tun.
Andreas Werder,
ISAAKS TROST

1. KORINTHERBRIEF, KAPITEL 6, VERS 19

«Isaak führte Rebekka ins Zelt seiner Mutter Sara. Er nahm sie zur Frau und gewann sie lieb. So wurde Isaak nach dem Tod seiner Mutter getröstet.»

Das Wort «trösten» bedeutet im Hebräischen die Besänftigung einer negativen Emotion wie der Trauer oder der Wut. Das Zitat aus dem Alten Testament erzählt, wie Isaaks Trauer schliesslich durch die Liebe zu seiner Frau besänftigt wird. Weil ich in den letzten Monaten mehrmals einsam trauernden Menschen begegnet bin, beschäftige ich mich hier mit der Trauer und dem Trost des Erzvaters Isaak.

Isaaks Mutter Sara wird als äusserst attraktive und energische Frau geschildert. Nach ihrer Heirat mit Abraham brachte Saras Schönheit das junge Paar zweimal derart in Bedrängnis, dass es sich nur mit einer Notlüge zu helfen wusste. Und zweimal brauchte es ein göttliches Eingreifen, um die negativen Folgen dieser Notlüge abzuwenden.

Als das älter werdende Ehepaar kinderlos zu sterben drohte, organisierte Sara eine Leihmutterschaft, die nach kurzer Zeit zu grossen familiären Spannungen führte. Überraschenderweise wurde Sara ein paar Jahre später doch noch schwanger und gebar Isaak, den sie als ihr Ein und Alles nach Strich und Faden verwöhnte. Damit Isaak sein Erbe nicht mit seinem Halbbruder teilen musste, wurde dieser samt seiner Mutter buchstäblich in die Wüste geschickt, wo er nur dank eines göttlichen Eingreifens überlebte. Auf seine Mutter konnte sich Isaak in jeder Beziehung verlassen. Wen wundert es, dass er sie über alles liebte.

Umso schlimmer wog der Verlust, als Sara nicht mehr da war. Der Halbbruder war fort, der Vater Abraham hochbetagt, Freunde waren keine da. In seiner Trauer fehlte Isaak drei Jahre lang jeglicher Antrieb. Schliesslich schickte Abraham einen Deiner los, um für Isaak die längst fällige Brautwerbung zu übernehmen. Zum Glück hatte dieser Diener einen guten Draht zu Gott: Er betete, vertraute, hatte Erfolg und dankte Gott. Freudestrahlend kehrte er mit der heiratswilligen Rebekka von seiner weiten Reise zurück. Rebekka zog nicht nur in Saras Zelt ein, sie war auch ebenso attraktiv und energisch wie ihre verstorbene Schwiegermutter. So wurde sie die neue starke und geliebte Frau an Isaaks Seite.

Auch heute braucht es Menschen wie diesen Diener, die einsam Trauernden zur Seite stehen. Gott, der Heilige Geist, der auch Tröster genannt wird, wird bei dieser Aufgabe die entscheidende Hilfe leisten.

Andreas Werder, reformierter Theologe

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Andreas Werder
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Kolumne in den Schaffhauser Nachrichten
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Bereitgestellt: 11.07.2020      
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