Zu jedem Gottesdienst gehört die Kollekte, die Spende an ein Hilfswerk. Gläubigen Menschen genügt das eigene Wohlergehen nicht. Als "Brüder und Schwestern" sind wir mit unseren Mitmenschen verbunden. Das Schicksal anderer liegt uns am Herzen - und beim Portemonnaie
MATTHÄUS 25, VERS 40:
«Jesus Christus in seinen Abschiedsreden: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.»
Die sonntäglichen Kollekten wurden von den ersten Christen "erfunden". Der Apostel Paulus sammelte in den reichen griechischen Kirchgemeinden Geld, das er dann nach Jersualem brachte. Dort war die Urgemeinde war schon vor der Zerstörung von Jerusalem knapp bei Kasse. Religion ohne tätige Nächstenliebe wäre nur Gefühlsduselei. Alle christlichen Konfessionen und auch die nichtchristlichen Religionen kennen den Moment der Geldspende.
Die kirchlichen Kollektenerträge sind in der Summe beträchtlich. Man gibt heute ja nicht mehr Münzen, sondern Scheine. Für viele Hilfswerke sind die Beiträge aus den Gottesdiensten und von den Kirchen existentiell wichtig. Nicht wenige Hilfswerke, Beratungsstellen, Institutionen usw. haben sogar einen kirchlichen Ursprung und arbeiten mit gläubigen Menschen als Freiwilligen.
Es geht aber nicht um die Höhe der Spende, sondern um die Haltung. Jesus erklärte einmal, dass die kleine Einlage einer armen Frau mehr zähle als die mittelmässige Spende einer reichen Person. Wer die Bibelstellen genau liest, merkt, dass es nicht in erster Linie um den oder die Empfängerin der Spende geht, sondern um die Person, die gibt. Mit der Spende definieren wir uns selber. Wer mit einer goldenen Kreditkarte bezahlt und wenig Trinkgeld gibt, zeigt sich wenig grosszügig. Es geht nicht um Mitleid, sondern um Solidarität und mein Selbstverständnis. In einem anderen Brief (an die Korinther, 2. Brief) formulierte es Paulus so: So soll jeder für sich selbst entscheiden, wie viel er geben will, und zwar freiwillig und nicht aus Pflichtgefühl. Denn Gott liebt den, der fröhlich gibt.
Peter Vogelsanger, reformierter Pfarrer Schaffhausen Herblingen,
Kolumne in den Schaffhauser Nachrichten
» Archiv der Bibelkolumnen
«Jesus Christus in seinen Abschiedsreden: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.»
Die sonntäglichen Kollekten wurden von den ersten Christen "erfunden". Der Apostel Paulus sammelte in den reichen griechischen Kirchgemeinden Geld, das er dann nach Jersualem brachte. Dort war die Urgemeinde war schon vor der Zerstörung von Jerusalem knapp bei Kasse. Religion ohne tätige Nächstenliebe wäre nur Gefühlsduselei. Alle christlichen Konfessionen und auch die nichtchristlichen Religionen kennen den Moment der Geldspende.
Die kirchlichen Kollektenerträge sind in der Summe beträchtlich. Man gibt heute ja nicht mehr Münzen, sondern Scheine. Für viele Hilfswerke sind die Beiträge aus den Gottesdiensten und von den Kirchen existentiell wichtig. Nicht wenige Hilfswerke, Beratungsstellen, Institutionen usw. haben sogar einen kirchlichen Ursprung und arbeiten mit gläubigen Menschen als Freiwilligen.
Es geht aber nicht um die Höhe der Spende, sondern um die Haltung. Jesus erklärte einmal, dass die kleine Einlage einer armen Frau mehr zähle als die mittelmässige Spende einer reichen Person. Wer die Bibelstellen genau liest, merkt, dass es nicht in erster Linie um den oder die Empfängerin der Spende geht, sondern um die Person, die gibt. Mit der Spende definieren wir uns selber. Wer mit einer goldenen Kreditkarte bezahlt und wenig Trinkgeld gibt, zeigt sich wenig grosszügig. Es geht nicht um Mitleid, sondern um Solidarität und mein Selbstverständnis. In einem anderen Brief (an die Korinther, 2. Brief) formulierte es Paulus so: So soll jeder für sich selbst entscheiden, wie viel er geben will, und zwar freiwillig und nicht aus Pflichtgefühl. Denn Gott liebt den, der fröhlich gibt.
Peter Vogelsanger, reformierter Pfarrer Schaffhausen Herblingen,
Kolumne in den Schaffhauser Nachrichten
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