Auf, auf ins Pfarramt

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Ordination Stephanie Lemke-Signer (Foto: Doris Brodbeck)
Mit diesen Worten schloss Stephanie Lemke-Signer ihre Predigt zur Ordination in der Kirche Buchberg-Rüdlingen. Kirchenrat Andreas Heieck hatte sie zuvor zur «Frau Ministerin» für den Pfarrdienst ordiniert, zur «Verbi Divini Ministra» (Dienerin am göttlichen Wort).
Freude ins Gesicht geschrieben
Der Kirchenparkplatz war bereits zum Bersten voll und die Leute und Autos strömten immer noch herbei. So war es nicht verwunderlich, dass in der stark besetzten Kirche bereits viel Luft gefächert wurde, als die Feier begann. In seiner Ordinationsansprache bezog sich Kirchenrat Andreas Heieck auf die Worte von Paulus an die Gemeinde in Philippi: «Freut euch im Herrn allezeit…». Es gehöre wesentlich zum Dienst einer Pfarrerin, eines Pfarrers, Freude zu vermitteln und entdecken zu helfen und so zu tiefem inneren Frieden zu verhelfen. Nur im Unterschied zu vielleicht anderen Menschen sei ihr dieser Freudendienst auch schon ins Gesicht geschrieben, sagte er zu der strahlenden Ordinandin.

Dekan Peter Vogelsanger sicherte ihr die kollegiale Stärkung durch den Pfarrkonvent zu und sprach ihr Gottes Worte aus der Berufung des Propheten Jeremia zu: «Siehe, ich lege meine Worte in deinen Mund.» Im Beisein vieler Pfarrkolleginnen und Pfarrkollegen sowie von kirchlichen Behördenmitgliedern empfing sie die Ordination durch Kirchenrat Andreas Heieck. Darauf sprachen auch Pfarrerin Nyree Heckmann, die Stephanie Lemke als Mentorin im Studium begleitet hatte, und Ortspfarrer Beat Frefel, ihr Vikariatsleiter, mit einer segnenden Handgeste über ihrer Stirn Segensworte aus.

Musikalisch begleitet wurde die Feier an der Orgel von Tina Strube, die auch in der Band am E-Piano spielte. Die Band bestand aus Philip Rüger, Gitarre, Simon Rüger, Bass, Jonah Spingler, Schlagzeug, Stephanie Lemkes Sohn, Elisa Stocker und Joana Carvalho, Gesang. Auf Wunsch von Stephanie Lemke sangen sie auch «Let it be» von den Beatles.

Gegen die Hoffnungslosigkeit
Das Lied «Let it be» führte zu Maria und ihrem Lobgesang, dem «Magnificat». Stephanie Lemke-Signer hält dies auch für einen tief reformierten Text, denn es spreche ihn eine Frau. Sie bekennt sich als Befreiungstheologin und Anhängerin der feministischen Theologie und zeichnet Maria als eine starke Frau, die eine Entwicklung durchmacht in einer Zeit sozialer Unterdrückung. Sie wurde später in der Kirche zur Projektionsfläche einer idealen Frau. Ihr «Magnificat» sei aber als Widerstandsbewegung gegen die Hoffnungslosigkeit zu begreifen und dies sei nicht nur eine Geschlechterfrage, sondern eine Frage des Menschseins überhaupt. Um diese Hoffnung weiterzutragen, ruft sie sich zu: «Auf, auf ins Pfarramt».

Im Anschluss an die Feier genoss man den reichhaltigen Apéro der Landfrauen Rüdlingen und die atemberaubende Aussicht vor der Kirche. Stephanie Lemke-Signer wird am folgenden Sonntag in der Steigkirche in Schaffhausen mit den Pfarrkollegen Beat Wanner und Stephan Leistner-Baumgardt beim Gemeindefest in den Pfarrdienst eingesetzt werden. Und so komplettiert sich das neue Pfarrteam, zu dem bereits Pfarrerin Claudia Henne gehört.

Doris Brodbeck, Kommunikation der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Schaffhausen
2026-08-16 Pfarrordination
16.08.2026
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