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Mission statt Marke - Bibel einfach erklärt (SN)

Roland Diethelm (Foto: Roland Diethelm)

Roland Diethelm (Foto: Roland Diethelm)

Der Gründer Klaus Schwab fragt mit Blick auf das WEF: Dient die Marke noch der Mission, oder wird die Mission benutzt, um die Marke zu erhalten? Auch die Kirche steht vor dieser Frage. Sie lebt nicht davon, dass man ihren Namen kennt, sondern dass durch sie Christus erkennbar wird.
2. KORINTHER KAPTIEL 4, VERS 5:
«Denn nicht uns selbst verkündigen wir, sondern Jesus Christus als den Herrn, uns aber als eure Knechte um Jesu willen.»

Klaus Schwabs Gastkommentar über sein Lebenswerk hat mich getroffen: Bei der Zukunft des World Economic Forum müsse es um die Mission gehen, nicht um die Marke. Der Satz lässt sich fast ohne Änderung auf die Kirche übertragen.

Auch Kirchen sind Marken: vertraute Türme, Namen, Logos, Gottesdienste, Musik und Traditionen. Eine erkennbare Gestalt stiftet Vertrauen und macht ansprechbar. Doch die Marke ist Frucht, nicht Zweck.

Die Kirche entstand nicht, um sich selbst zu erhalten. Jesus sammelte Menschen und sandte sie zu Kranken, Ausgeschlossenen und Suchenden. Paulus bringt den Auftrag auf den Punkt: Wir verkündigen nicht uns selbst. Darin liegt der Prüfstein kirchlichen Handelns.

Wo Kirche zuerst fragt, wie sie wahrgenommen wird, wie viele Menschen sie erreicht und wie sie ihre Stellen, Gebäude und Bedeutung sichert, beginnt sie sich um sich selbst zu drehen. Dann kann sie professionell, sichtbar und gut vernetzt sein und geistlich leer werden.

Mission bedeutet weder aggressive Werbung noch religiöse Mitgliedergewinnung. Mission heisst ganz konkret Sendung: sich von Christus zu den Menschen senden zu lassen. Zuhören, trösten, widersprechen und versöhnen. Räume öffnen, in denen Wahrheit gesagt, Schuld bekannt, Hoffnung geteilt und Gott erwartet wird.

Darum lautet die entscheidende Frage nicht: Wie retten wir die Kirche? Sondern: Wozu sind wir heute gesandt? Vielleicht wird sie kleiner, vielleicht verändern sich ihre Formen. Doch wo Menschen die Institution nicht für sich nutzen, sondern sich ihrem Auftrag zur Verfügung stellen, wächst eine Glaubwürdigkeit, die keine Kampagne erzeugen kann.

Eine starke kirchliche Marke kann hilfreich sein. Aber sie bleibt nur lebendig, wenn sie auf etwas verweist, das grösser ist als sie selbst. Kirche hat keinen Selbstzweck. Sie ist Zeichen und Werkzeug des Evangeliums. Die Mission schafft die Marke – nie umgekehrt.

Roland Diethelm, evangelisch-reformierter Pfarrer an St. Johann und Münster, Schaffhausen
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Kolumne in den Schaffhauser Nachrichten
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Bereitgestellt: 04.07.2026      
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