Marianne Näf-Bräker

Für Pfarrer Christian Stettler erfüllt sich ein Traum

Christian Stettler —  Die Habilitationsschrift wiegt schwer.<div class='url' style='display:none;'>/kg/gaechlingen/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-sh.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>2791</div><div class='bid' style='display:none;'>20778</div><div class='usr' style='display:none;'>276</div>

Christian Stettler: Die Habilitationsschrift wiegt schwer.

Nicht nur lange geträumt, sondern hart gearbeitet, hat der Gächlinger Pfarrer in den vergangenen Jahren, um an der Uni Zürich die Berechtigung zum Unterrichten zu bekommen. Am 23. Mai hielt er seinen Habilitationsvortrag – mit Erfolg.
Marianne Näf-Bräker,



„Meine grosse Leidenschaft ist die Bibel und das Forschen darin. Sie ist Lebensquelle für die Menschen an der Uni und in der Kirchgemeinde.“ So fasst Christian Stettler zusammen, was ihn dazu motiviert, sowohl im Pfarramt als auch an der Theologischen Fakultät der Universität Zürich zu arbeiten. Er ist sich bewusst, dass die Anforderungen an sein Unterrichten unterschiedlich sind. Die Predigthörer und Konfirmanden brauchen nicht zu befürchten, dass sie in Zukunft mit wissenschaftlichen Vorträgen zu rechnen haben.

Hindernisse auf dem Weg
Eigentlich wollte Christian Stettler sein Buch (Habilitationsschrift) fertig schreiben, bevor er zusammen mit seiner Frau Hanna 2007 die Pfarrstelle in Gächlingen antrat. Weil das aus verschiedenen Gründen nicht gelang, zog sich die Studier- und Schreibarbeit in die Länge – bis ins Jahr 2013. Das Pfarrehepaar hatte bewusst eine Teilzeitstelle gewählt, um in der „Freizeit“ wissenschaftlich zu arbeiten und an der Universität zu unterrichten. Aber oft riefen die pfarramtlichen Aufgaben und familiären Verpflichtungen lauter als das Buch, das noch zu schreiben war. Es war für den engagierten Pfarrer nicht einfach, sich von den täglichen Aufgaben zu lösen und in „Das Endgericht bei Paulus“ einzutauchen. Am besten gelang dies, wenn die fünfköpfige Familie nach Cambridge reiste und sich Christian Stettler in die Bibliothek zurückziehen konnte. In der englischen Universitätsstadt hatten Hanna und Christian Stettler von 2001 bis 2004 an ihren Habilitations-Büchern und verschiedenen Aufsätzen gearbeitet und waren dort heimisch geworden. Hanna Stettler hat die Lehrberechtigung an der Universität Tübingen im Jahr 2008 erreicht und erteilt seither regelmässig Seminare.

Pfarramt und Uni
Für Pfarrer Christian Stettler wird das Unterrichten im Bereich Neues Testament voraussichtlich mit dem Herbstsemester 2015 beginnen. Er plant ein Seminar über „Gleichnisse Jesu“. Weiterhin wird er zusammen mit seiner Frau das Pfarramt in Gächlingen betreuen. „Die Gemeindearbeit erdet die Theologie und die Forschung und Lehre an der Uni befruchtet die Gemeindearbeit“, meint der zukünftige Privatdozent.
Der Frage nach dem Endgericht ging er durch die ganze Bibel nach. Was er dazu im Alten Testament und den Evangelien herausgefunden hatte, veröffentlichte er bereits 2011 in einem separaten Buch. Die 425 Seiten „Endgericht bei Paulus“ bilden die Habilitationsschrift. Das Thema prägte das Bibelverständnis des Pfarrers und gab ihm Antworten auf seelsorgerliche Fragen wie: Was zählt eigentlich vor Gott? Worauf kommt es im Leben an?
Die Kirchgemeinde Gächlingen gratuliert Christian Stettler von Herzen zur erreichten Lehrbewilligung und freut sich auf interessante Impulse aus seinen Studien.
Bereitgestellt: 05.06.2014     
aktualisiert mit kirchenweb.ch