Vom 2. bis 7. September begab sich eine Gruppe von etwa 20 Personen unter der Leitung von Theo Bächtold und Doris Brodbeck nach Frankreich, um die Herkunftsgebiete der hugenottischen Flüchtlinge zu erkunden und an dem grossen jährlichen Gottesdienst im Freien, der Assemblée du désert teilzunehmen.
Zuerst machte die Reisegruppe Station in Genf. Marc-Marie Baschy führte uns durch die Altstadt, dem oftmals ersten Ziel der Flüchtenden und dem geistlichen Zentrum ihrer Lehre. Die Kathedrale St Pierre wurde 1535 zum reformierten «Temple», behielt aber doch ihren alten Namen. Mit den massiven Säulen, die nachträglich eingebaut werden mussten, um das Vordach zu stützen, sieht sie nun aber wirklich ein wenig wie ein Tempel aus.
Am folgenden Tag besuchten wir das informative Reformationsmuseum gleich neben der Genfer Kathedrale.
Dann ging es weit in den Süden Frankreichs nach Dieulefit, einem Hugenottendorf, das sich seinen kritischen Geist bis ins letzte Jahrhundert bewahrte, als dort viele Menschen vor der Verfolgung durch Nazis und Vichy-Regime gerettet wurden. Kein einziger davon wurde verraten.
Poët-Laval, nur wenige Kilometer entfernt, war früher eine Komturei des Johanniterordens, dessen Leiter reformiert wurde und durch seine Stellung den verfolgten Hugenott*innen Schutz bieten konnte. Es ist heute ein entzückend restauriertes Bergdorf mit einem Museum zur Geschichte des Protestantismus in der Dauphiné, dessen Leiter uns in diese Geschichte einführte. Am Museum liegt der Ausgangspunkt des europäischen Kulturweges «Auf den Spuren der Hugenotten».
Nächstes Ziel war Mens – Flüchtlinge von dort gründeten Neu-Isenburg in bei Frankfurt. Wir erfuhren, dass die Hugenotten nicht offiziell heiraten konnten, wodurch ihre Kinder illegitim waren. Ein Platz auf dem Friedhof wurde ihnen auch verwehrt, so dass die Toten auf privatem Gelände bestattet wurden. Auch hier hatte sich der Mut und das Bewusstsein, selbst verfolgt gewesen zu sein, bewahrt. Etwa 1500 jüdische Menschen, politisch Verfolgte u.a. konnten durch Ausstellung falscher Papiere gerettet werden. Leider hielten hier nicht alle zusammen, so dass der Bürgermeister Edouard Arnaud verhaftet und in Neuengamme ermordet wurde.
Der Höhepunkt unserer Reise war die Teilnahme am grossen jährlichen Gottesdienst der französischen Protestanten in Mas Soubeyran bei Mialet in den Cevennen. Unter freiem Himmel, zum Glück teils in lichtem Wald, der vor der gleissenden Sonne und Hitze schützte, versammelten sich Tausende. Zwei junge Männer liessen sich taufen, die Pfarrerin zog Parallelen zwischen Marie Durand, der tapferen Glaubensbekennerin und Maria, der Mutter Jesu, und etwa 40 Pfarrpersonen teilten das Abendmahl aus.
Nachher war Zeit, das Musée du Désert im Geburtshaus des Kamisardenführers Rolland zu besuchen.
Der Nachmittag bot Gelegenheit, das hübsche Dorf Anduze zu erkunden, gleichfalls eine ehemalige Ordensritterburg. Es wurde einer der befestigten Hugenottenstützpunkte, deren Mauern nach der militärischen Niederlage geschliffen wurden. Nur der Turm blieb bestehen – seine Uhr bewahrte ihn vor der Zerstörung.
Christine Höötmann
Am folgenden Tag besuchten wir das informative Reformationsmuseum gleich neben der Genfer Kathedrale.
Dann ging es weit in den Süden Frankreichs nach Dieulefit, einem Hugenottendorf, das sich seinen kritischen Geist bis ins letzte Jahrhundert bewahrte, als dort viele Menschen vor der Verfolgung durch Nazis und Vichy-Regime gerettet wurden. Kein einziger davon wurde verraten.
Poët-Laval, nur wenige Kilometer entfernt, war früher eine Komturei des Johanniterordens, dessen Leiter reformiert wurde und durch seine Stellung den verfolgten Hugenott*innen Schutz bieten konnte. Es ist heute ein entzückend restauriertes Bergdorf mit einem Museum zur Geschichte des Protestantismus in der Dauphiné, dessen Leiter uns in diese Geschichte einführte. Am Museum liegt der Ausgangspunkt des europäischen Kulturweges «Auf den Spuren der Hugenotten».
Nächstes Ziel war Mens – Flüchtlinge von dort gründeten Neu-Isenburg in bei Frankfurt. Wir erfuhren, dass die Hugenotten nicht offiziell heiraten konnten, wodurch ihre Kinder illegitim waren. Ein Platz auf dem Friedhof wurde ihnen auch verwehrt, so dass die Toten auf privatem Gelände bestattet wurden. Auch hier hatte sich der Mut und das Bewusstsein, selbst verfolgt gewesen zu sein, bewahrt. Etwa 1500 jüdische Menschen, politisch Verfolgte u.a. konnten durch Ausstellung falscher Papiere gerettet werden. Leider hielten hier nicht alle zusammen, so dass der Bürgermeister Edouard Arnaud verhaftet und in Neuengamme ermordet wurde.
Der Höhepunkt unserer Reise war die Teilnahme am grossen jährlichen Gottesdienst der französischen Protestanten in Mas Soubeyran bei Mialet in den Cevennen. Unter freiem Himmel, zum Glück teils in lichtem Wald, der vor der gleissenden Sonne und Hitze schützte, versammelten sich Tausende. Zwei junge Männer liessen sich taufen, die Pfarrerin zog Parallelen zwischen Marie Durand, der tapferen Glaubensbekennerin und Maria, der Mutter Jesu, und etwa 40 Pfarrpersonen teilten das Abendmahl aus.
Nachher war Zeit, das Musée du Désert im Geburtshaus des Kamisardenführers Rolland zu besuchen.
Der Nachmittag bot Gelegenheit, das hübsche Dorf Anduze zu erkunden, gleichfalls eine ehemalige Ordensritterburg. Es wurde einer der befestigten Hugenottenstützpunkte, deren Mauern nach der militärischen Niederlage geschliffen wurden. Nur der Turm blieb bestehen – seine Uhr bewahrte ihn vor der Zerstörung.
Christine Höötmann
