Nacht der Lichter zu Pfingsten im Münster

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Pfingstfeuer, Kerzenlicht, mehrsprachige Schriftlesungen und die Gesänge von Taizé: Zur ökumenischen Nacht der Lichter versammelten sich Menschen unterschiedlicher Generationen im Münster zu Allerheiligen. Die Feier zeigte eindrücklich, wie eine schlichte und zugleich sorgfältig gestaltete Liturgie Menschen heute erreicht und zum gemeinsamen Gebet zusammenführt.
Roland Diethelm,
Mit dem Entzünden des Pfingstfeuers im Kreuzgang begann am Vorabend von Pfingsten die ökumenische «Nacht der Lichter» im Münster zu Allerheiligen. Rund um das Feuer versammelten sich Menschen verschiedener Generationen und kirchlicher Traditionen. Gemeinsam wurden die ersten Gesänge angestimmt, ehe die Gemeinde mit ihren Kerzen singend durch den Kreuzgang und das Hauptportal ins Münster einzog.

Dort erwartete die Teilnehmenden ein von Kerzen und Ikonen geprägter Kirchenraum. Die roten Stoffbahnen im Chorraum erinnerten an die Feuerzungen des Pfingstfestes. Mehrsprachige Lesungen aus der Apostelgeschichte und dem Propheten Joel, Gesänge aus Taizé, Zeiten der Stille sowie Fürbitten und das gesungene Unser Vater führten durch die Feier.

Bemerkenswert war die selbstverständliche Beteiligung der Anwesenden. Die Feier lebte nicht von Unterhaltung oder ausführlichen Erklärungen. Vielmehr entfalteten die liturgischen Zeichen ihre eigene Sprache: das Feuer im ehemaligen Kapitelsaal unter dem offenen Abendhimmel, das Weitergeben des Lichts, der gemeinsame Gesang, das Schreiten durch den dunklen Kreuzgang, die Stille und das Hören auf die biblischen Texte. Viele sangen mit, andere beteten still, manche verweilten lange im Kerzenschein des Münsters.

Besonders erfreulich war die Mitwirkung jüngerer Menschen. Konfirmandinnen und Konfirmanden übernahmen Aufgaben bei den Lesungen, beim Entzünden der Kerzen und in den Fürbitten. Die Bilder zeigen, wie Jugendliche und Erwachsene gemeinsam einen Raum des Gebets gestalten und mittragen.

Die Nacht der Lichter machte deutlich, dass sorgfältig gestaltete Liturgie auch heute Menschen anspricht. Gerade in reformierten Gemeinden besteht oft die Sehnsucht, dass nicht jede religiöse Erfahrung erklärt werden muss. Wo Wort, Musik, Raum und Symbol zusammenfinden, entsteht eine Dichte und Innigkeit, die unmittelbar verstanden wird. Die Liturgie spricht für sich selbst – und lädt dazu ein, sich betend in sie hineinzustellen.

Beim anschliessenden Zusammensein am Pfingstfeuer klang der Abend in Gesprächen aus. Wer wollte, konnte später nochmals ins Münster zurückkehren, wo die Gesänge weiter erklangen und der Raum der Stille offenblieb.
Nacht der Lichter 23.5.2026
25.05.2026
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