Das Leben ist manchmal unerträglich. Die Bibel ermutigt trotz allem, mit Gott zu sprechen - selbst, wenn nur noch schreien möglich ist.
PSALM 40, VERSE 2 BIS 4:
«Ich hoffte, ja ich hoffte auf den HERRN. Da neigte er sich mir zu und hörte mein Schreien. Er zog mich herauf aus der Grube des Grauens, aus Schlamm und Morast. Er stellte meine Füße auf Fels, machte fest meine Schritte. Er gab mir ein neues Lied in den Mund, einen Lobgesang auf unseren Gott. Viele sollen es sehen, sich in Ehrfurcht neigen und auf den HERRN vertrauen.»
Das Leben hat unzählige Facetten – freudige und traurige. Die Bibel ist zwar vor tausenden Jahren entstanden, aber trägt auch die Lebenserfahrung von mehr als 1000 Jahren Menschheitsgeschichte in sich. Sie erzählt von Familien, Freunden, Arbeitern und Arbeitgebern, von Schuld und Vergebung, von Leben und Tod. Es ist faszinierend, dass sie keine Tabus kennt und auch die intimsten und innersten Themen des Menschen anspricht. Das ist vielleicht der Grund, weshalb die Bibel auch heute noch das meistverkaufte Buch der Welt ist. Trotz ihres Alters beschreibt sie den Menschen in einer solchen Tiefe, dass sich auch der heutige Mensch noch immer in dieser Schrift wiedererkennt. Für Christen ist die Bibel nicht nur ein heiliges Buch, sondern sie lesen und hören darin das Wort Gottes, das auch sie direkt meint und anspricht. Der zitierte Psalm steht im Alten Testament und ist ein Gebet, welches von Verfolgung und Ungerechtigkeit spricht. Die Spannung zwischen Hoffnung, Kraft und dem dennoch anhaltenden Leid ist in diesem Text prägnant bis zum Schluss. Er endet mit dem Satz: «Der Herr wird an mich denken. Meine Hilfe und mein Retter bist du. Mein Gott, säume doch nicht!» Dieser Psalm zeigt den inneren Kampf zu glauben, standhaft zu bleiben und Gott auch in den schwierigsten Momenten zu vertrauen. Die Bibel schweigt von dieser grossen Herausforderung nicht und erzählt sie sogar in den Evangelien über Jesus selbst, als er im Getsemani mit seinem bevorstehenden Kreuzweg und schmachvollen Tod ringt. Jeder und jede Christin erkennt sich in diesem Ringen sofort wieder, was Trost gibt und ermutigt nicht aufzugeben, sondern weiter zu hoffen und an die Kraft und Macht der Liebe Gottes zu glauben und alles daran zu setzen, dass in einer Welt, in der Krieg, Krankheit und Oberflächlichkeit weit verbreitet sind, auch Gerechtigkeit, Nächstenliebe, Friede und Hoffnung erblühen können.
Daria Serra, Theologin, Pastoralraum Schaffhausen,
Kolumne in den Schaffhauser Nachrichten
Archiv der Bibelkolumnen
«Ich hoffte, ja ich hoffte auf den HERRN. Da neigte er sich mir zu und hörte mein Schreien. Er zog mich herauf aus der Grube des Grauens, aus Schlamm und Morast. Er stellte meine Füße auf Fels, machte fest meine Schritte. Er gab mir ein neues Lied in den Mund, einen Lobgesang auf unseren Gott. Viele sollen es sehen, sich in Ehrfurcht neigen und auf den HERRN vertrauen.»
Das Leben hat unzählige Facetten – freudige und traurige. Die Bibel ist zwar vor tausenden Jahren entstanden, aber trägt auch die Lebenserfahrung von mehr als 1000 Jahren Menschheitsgeschichte in sich. Sie erzählt von Familien, Freunden, Arbeitern und Arbeitgebern, von Schuld und Vergebung, von Leben und Tod. Es ist faszinierend, dass sie keine Tabus kennt und auch die intimsten und innersten Themen des Menschen anspricht. Das ist vielleicht der Grund, weshalb die Bibel auch heute noch das meistverkaufte Buch der Welt ist. Trotz ihres Alters beschreibt sie den Menschen in einer solchen Tiefe, dass sich auch der heutige Mensch noch immer in dieser Schrift wiedererkennt. Für Christen ist die Bibel nicht nur ein heiliges Buch, sondern sie lesen und hören darin das Wort Gottes, das auch sie direkt meint und anspricht. Der zitierte Psalm steht im Alten Testament und ist ein Gebet, welches von Verfolgung und Ungerechtigkeit spricht. Die Spannung zwischen Hoffnung, Kraft und dem dennoch anhaltenden Leid ist in diesem Text prägnant bis zum Schluss. Er endet mit dem Satz: «Der Herr wird an mich denken. Meine Hilfe und mein Retter bist du. Mein Gott, säume doch nicht!» Dieser Psalm zeigt den inneren Kampf zu glauben, standhaft zu bleiben und Gott auch in den schwierigsten Momenten zu vertrauen. Die Bibel schweigt von dieser grossen Herausforderung nicht und erzählt sie sogar in den Evangelien über Jesus selbst, als er im Getsemani mit seinem bevorstehenden Kreuzweg und schmachvollen Tod ringt. Jeder und jede Christin erkennt sich in diesem Ringen sofort wieder, was Trost gibt und ermutigt nicht aufzugeben, sondern weiter zu hoffen und an die Kraft und Macht der Liebe Gottes zu glauben und alles daran zu setzen, dass in einer Welt, in der Krieg, Krankheit und Oberflächlichkeit weit verbreitet sind, auch Gerechtigkeit, Nächstenliebe, Friede und Hoffnung erblühen können.
Daria Serra, Theologin, Pastoralraum Schaffhausen,
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