Geändert! Morgenbesinnung

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Aufgrund des Versammlungsverbotes im Zusammenhang mit der Coronakrise können zurzeit die Morgenbesinnungen physisch leider
nicht stattfinden. Das Team möchte aber Ihnen seine guten Gedanken trotzdem weitergeben:


Eingangswort

„Lueg, s Dunkel lytt dunde,
Es haitered uuf.“

(Jesaja 9,1)


Gebet

Herr, unser Gott
Du hebst hinweg die Schleier der Nacht.
Das feine Licht des Morgens berührt unsere Seele.
Wir atmen das Licht Deiner Güte.
Und danken Dir für diesen neuen Tag.
Jeder Tag ist ein Geschenk, ein neuer Anfang.
Auch für heute bitten wir Dich
um Kraft aus Deiner Kraft.
Und vertrauen darauf,
dass Du es gut meinst mit unserem Leben.
Denn Du kennst unsere Wege.
Amen


Reformiertes Gesangbuch

531/1-3 Weisst du, wieviel Sternlein stehen


Liebe Freunde der Morgenbesinnung

Zwei Texte haben mich in der vergangenen Zeit bewegt, die ich gerne mit euch teilen möchte. Hier zwei Ausschnitte davon:

„Da liege ich still allein, gewickelt in diese vielfachen schwarzen Tücher der Finsternis, Langeweile, Unfreiheit des Winters und - dabei klopft mein Herz von einer unbegreiflichen, unbekannten inneren Freude, wie wenn ich im strahlenden Sonnenschein über eine blühende Wiese gehen würde. Und ich lächle im Dunkeln dem Leben, wie wenn ich irgendein zauberhaftes Geheimnis wüsste, das alles Böse und Traurige Lügen straft und in lauter Helligkeit und Glück wandelt. Und dabei suche ich selbst nach einem Grund zu dieser Freude, finde nichts und muss wieder lächeln über mich selbst. Ich glaube, das Geheimnis ist nichts anderes als das Leben selbst; die tiefe nächtliche Finsternis ist so schön und weich wie Sammet, wenn man nur richtig schaut.“

(Rosa Luxemburg, in einem Brief aus dem Gefängnis 1917)


«Herzlichen Glückwunsch: Sie sind einzigartig! Einen Menschen wie Sie gibt es kein zweites Mal. Unter den rund 108 Milliarden Menschen, die bisher diesen Planeten bewohnt haben, ist kein einziger identisch mit Ihnen. Und das wird auch in Zukunft so bleiben. Die Natur kennt keine Kopien. Sie sind ein Original. Wie aussergewöhnlich Ihr Dasein ist, zeigt auch ein Blick in die wechselhafte Geschichte des Universums: Die Wahrscheinlichkeit, dass es Sie gibt, liegt praktisch bei Null. Trotzdem sind Sie da. Und die Welt wäre bestimmt ärmer ohne Sie! Ihr Dasein verdanken Sie einer unwahrscheinlichen Verkettung von unzähligen Ereignissen, die schliesslich zu Ihrer Existenz hier und heute geführt haben.
Es ist eine atemberaubende Geschichte, die nur einen Schluss zulässt: Glück gehabt! Sie haben das grosse Los gezogen (vielleicht ohne es zu bemerken?). Willkommen in dieser Welt, wo auch das Unwahrscheinliche Wirklichkeit werden kann: ein Mensch wie Sie! In Ihnen verkörpert sich die ganze kosmische Evolution. Sie sind wortwörtlich Sternenstaub: Die kleinsten Bausteine Ihres Körpers, die Atome und Moleküle, wurden einst von Sternen ins All geschleudert. Diese Bausteine bestehen im Innersten weitgehend aus leerem Raum. Physikalisch könnte man Sie auch als Leere mit etwas Verpackung beschreiben. Das klingt merkwürdig, weil Ihre fünf Sinne Ihnen den Eindruck von etwas durchaus Beständigem vermitteln. Aber der Mikrokosmos hat einige Merkwürdigkeiten zu bieten, die mit unserer Alltagserfahrung nicht übereinstimmen. Dass Sie aller Physik zum Trotz nicht bloss Leere, sondern ein Mensch aus Fleisch und Blut sind, ist doch wunderbar!
Wunderbares zeigt auch der Blick in die unermesslichen Weiten des Alls. Da wird die Welt offen und weit. Im Spiegel der Sterne und Galaxien erscheint vieles, was uns im Alltag beschäftigt, in einem neuen Licht. Gewichtungen werden verschoben, neue Perspektiven eröffnen sich. Das Ich mit seinen vielfältigen Verstrickungen wird auf eine wohltuende Weise relativiert. Etwas Grösseres zeichnet sich ab.»

(Lorenz Marti, im Vorwort zu „Eine Hand voll Sternenstaub“)

Da kann man doch nur noch anfügen, was der Verfasser von Psalm 8 staunend in seinem Gebet festhält:

„4Wenn ich deinen Himmel sehe, das Werk deiner Finger, den Mond und die Sterne, die du hingesetzt hast:
5Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst,
und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?!»

Stille

Unser Vater

Segen

Gott segne und behüte dich;
Gott lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig;
Gott erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
Amen

Ich grüsse euch herzlich
Kontakt: Pfr. Daniel Müller