Ein Besuch in der Kartause Ittingen (TG)

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Malerisch gelegen in frühlingsgrüner Landschaft finden wir die Kartause Ittingen. Ein geschichtsträchtiger Ort, der es einem leicht macht, zu verweilen.
Nyree Heckmann,
Wie bestellt fand die Sonne am Nachmittag einen Durchschlupf in der Wolkendecke. Wie schön, dachte ich, dass der tiefverhangene Himmel sich anlässlich unserer Fahrt zur Kartause Ittingen öffnet. Langsam aber sicher entfalteten die Sonnenstrahlen ihre ganze frühlingshafte Wärme.

Die Kartause empfing uns inmitten von sattem Grün und die beiden Museumsführerinnen mit strahlenden Augen ob der Aufgabe, uns von der Kartause zu erzählen. Das taten sie mit viel Herzblut.
Ein Ort mit einer wechselvollen Geschichte:
Im sog. Ittinger Sturm von 1524 n. Chr. geplündert und niedergebrannt - die reformatorischen Wirren forderten ihre Opfer -, über fast 400 Jahre in Privatbesitz und jetzt von einer Stiftung verwaltet, ist die Kartause ein Ort für Pflanzenliebhaber (Rosen u.a.), theologischen Austausch (die Kantonalkirche Thurgau hat mit dem Verein tecum ihren Platz vor Ort) und Begegnung auf einem Ausflug. Nicht zuletzt lädt das gemütlichfeine Restaurant zum Kaffeetrinken und Essen ein.

Die Kartäuser lebten da ganz anders inmitten dieser unglaublichen Fülle. Als Einsiedler in einer Gemeinschaft. Schweigend, in ihrem Häuschen, das von einer drei Meter hohen Mauer umgeben war und den eigenen kleinen Garten vom Nachbarmönch abschottete. Einsamkeit - getragen von einer Gemeinschaft vor Ort. Acht Stunden Zeit zu beten - was sich auf bei der Gartenarbeit bewältigen lässt. Drei Stunden, um ein Handwerk auszuüben. Gemeinsamer gregorianischer Gesang in der Kirche und selten ein gemeinsames Essen im Refektorium, schweigend, bis auf eine halbe Stunde erlaubter Redezeit.
Wenige aktive Kartäuserorden gibt es heute noch weltweit. Eine kleine Anzahl von Frauen und Männern, in je getrennten Klostern, leben noch so. Einen beeindruckenden Bericht davon gibt der Spielfilm "Die grosse Stille". Er entführt in eine andere Welt.

Wir haben viel gesehen und gehört, aber noch lange nicht alles.
Es gibt noch so viel mehr zu entdecken. Aber der Anfang ist gemacht. Und es war sehr schön.
Ein Dank an alle, die diesen Nachmittag möglich gemacht haben.

Nyree Heckmann, Pfarrerin
Seniorenausflug Kartause Ittingen
08.05.2026
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