In der Woche nach Pfingsten fanden wieder die «Journées d’Arras» statt, dieses Jahr in Winterthur und von der Fachstelle mit organisiert. Die Konferenz bringt während 4 Tagen Fachleute aus dem Bereich des christlich-islamischen Dialogs zusammen.
Joachim Finger,
Wie steht es um das gegenseitige Vertrauen? Hansjörg Schmid von Schweizerischen Zentrum für Islam und Gesellschaft SZIG stellte einleitend die Situation in der Schweiz ausführlich dar. Später im Verlauf der Tagung versuchte Franziska Driessen von der Fachstelle Religion in der Züricher Direktion der Justiz und des Innern den Teilnehmenden aus 9 europäischen Ländern und Marokko das schweizerische System zu erklären, das durch die Autonomie der Kantone geprägt ist und ihnen die Regelung der Beziehung zwischen Staat und Religion überlässt. Natürlich kam auch das Initiativrecht zur Sprache, welches auch antimuslimisch gesinnten Kreisen zur Verfügung steht – das Verbot von Minaretten und Gesichtsverhüllung sind die Folge.
Demgegenüber bemühen sich Institutionen wie das SZIG und Dachverbände wie die Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich VIOZ durch differenzierten Blick auf die Geschichte und Gegenwart, offene Türen und z.B. die engagierte und professionelle Mitarbeit in der Seelsorge in Institutionen Vertrauen zu schaffen. Letzteres gelingt aber nur, wenn die Seelsorge von der Institution und dem religiösen System akzeptiert wird. Die öffentliche Wahrnehmung und Zuschreibung macht das manchmal schwierig, die Studie über antimuslimischen Rassismus des SZIG von 2025 zeichnet ein kritisches Bild. Ein Teil der politischen Szene steht für Vertrauensbildung durch Unsichtbarkeit – Muslime sollten durch Bauten und Kleidung nicht auffallen. Allerdings gibt es auch Muslime, welche die Zusammenarbeit mit staatlichen Institutionen ablehnen. Ereignisse wie der Anschlag in Winterthur während der Konferenz schädigen zusätzlich das Vertrauen der Öffentlichkeit.
In Schwamendingen gab es ein gelungenes Projekt mit gegenseitigen Besuchen, das auch auf die jüdische Gemeinde ausgedehnt wurde. Leider zeigte sich, das Vertrauen nicht nur aufgebaut, sondern auch erhalten werden muss.
Die Mahmud-Moschee in Zürich, die wir besuchten, wurde in einer ganz anderen Zeit gebaut als die Moschee des IKVW in Winterthur. Erstere wurde – mit Minarett – 1963 im Quartier Balgrist in Anwesenheit des Stadtpräsidenten eingeweiht und das Schweizer Fernsehen brauchte einen wohlwollenden Beitrag darüber. Die Gemeinschaft leidet wegen einiger Sonderlehren unter dem Misstrauen mancher Muslime und v.a. auch ihres Herkunftsstaates. Die albanische Moschee liegt in einem Gewerbegebiet. Man bemüht sich um Transparenz und will mit einer Gruppe von 26 Fenstern als Symbol für die 26 Kantone ihre Integration in der Schweiz zeigen.
Pflege der Nachbarschaft und Dialog, das Wissen, mit wem man es zu tun hat, fördern Vertrauen, aber auch der offene Blick auf Missbrauchsmöglichkeiten der eigenen Religion. Und die professionelle Mitarbeit in der Seelsorge in öffentlichen Institutionen stärkt die Beziehung zu staatlichen Stellen.
Die Konferenz wurde von Teilnehmenden aus 10 Ländern als bereichernd empfunden und war dank der grosszügigen Unterstützung durch die Reformierte und die römisch-katholische Kirche Zürich, durch die Evangelische Kirche Schweiz und durch die Reformierte Kirche Bern-Jura-Solothurn für alle finanziell tragbar. Eine Reformationsführung brauchte auch Einblick in die Schweizer (Reformations-)Geschichte.
Demgegenüber bemühen sich Institutionen wie das SZIG und Dachverbände wie die Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich VIOZ durch differenzierten Blick auf die Geschichte und Gegenwart, offene Türen und z.B. die engagierte und professionelle Mitarbeit in der Seelsorge in Institutionen Vertrauen zu schaffen. Letzteres gelingt aber nur, wenn die Seelsorge von der Institution und dem religiösen System akzeptiert wird. Die öffentliche Wahrnehmung und Zuschreibung macht das manchmal schwierig, die Studie über antimuslimischen Rassismus des SZIG von 2025 zeichnet ein kritisches Bild. Ein Teil der politischen Szene steht für Vertrauensbildung durch Unsichtbarkeit – Muslime sollten durch Bauten und Kleidung nicht auffallen. Allerdings gibt es auch Muslime, welche die Zusammenarbeit mit staatlichen Institutionen ablehnen. Ereignisse wie der Anschlag in Winterthur während der Konferenz schädigen zusätzlich das Vertrauen der Öffentlichkeit.
In Schwamendingen gab es ein gelungenes Projekt mit gegenseitigen Besuchen, das auch auf die jüdische Gemeinde ausgedehnt wurde. Leider zeigte sich, das Vertrauen nicht nur aufgebaut, sondern auch erhalten werden muss.
Die Mahmud-Moschee in Zürich, die wir besuchten, wurde in einer ganz anderen Zeit gebaut als die Moschee des IKVW in Winterthur. Erstere wurde – mit Minarett – 1963 im Quartier Balgrist in Anwesenheit des Stadtpräsidenten eingeweiht und das Schweizer Fernsehen brauchte einen wohlwollenden Beitrag darüber. Die Gemeinschaft leidet wegen einiger Sonderlehren unter dem Misstrauen mancher Muslime und v.a. auch ihres Herkunftsstaates. Die albanische Moschee liegt in einem Gewerbegebiet. Man bemüht sich um Transparenz und will mit einer Gruppe von 26 Fenstern als Symbol für die 26 Kantone ihre Integration in der Schweiz zeigen.
Pflege der Nachbarschaft und Dialog, das Wissen, mit wem man es zu tun hat, fördern Vertrauen, aber auch der offene Blick auf Missbrauchsmöglichkeiten der eigenen Religion. Und die professionelle Mitarbeit in der Seelsorge in öffentlichen Institutionen stärkt die Beziehung zu staatlichen Stellen.
Die Konferenz wurde von Teilnehmenden aus 10 Ländern als bereichernd empfunden und war dank der grosszügigen Unterstützung durch die Reformierte und die römisch-katholische Kirche Zürich, durch die Evangelische Kirche Schweiz und durch die Reformierte Kirche Bern-Jura-Solothurn für alle finanziell tragbar. Eine Reformationsführung brauchte auch Einblick in die Schweizer (Reformations-)Geschichte.