Abendmahl mit den 3. Klässlern

Bild nicht vorhanden gross: Systembild (Foto: Werner Näf)

Vier Jungs prosten einander zu, voller Freude und andächtig zugleich...
Karin Baumgartner-Vetterli,
Richtig! Da muss doch von einem Fest die Rede sein. Dieses Fest haben wir gestern mit den 3. Klässlern und ihren Katechetinnen Rosmarie Diaz und Conny Gfeller mit musikalischer Begleitung von Urs Pfister im gemeinsamen Abendmahl-Gottesdienst gefeiert.

Gewiss gehört dieses Zuprosten nicht zu einer Abendmahls-Liturgie im hergebrachten Sinn. Die Jungs haben da eine eigene Übersetzung gefunden. Sie haben gemerkt, dass nicht jeder für sich ein Stück Brot isst und ebensowenig für sich allein den Traubensaft aus dem kleinen Becher trinkt, sondern dass wir es miteinander tun, im bewussten Erleben der Gemeinschaft, zu der Jesus uns im Abendmahl einlädt. Und das wollten sie in einem vertrauten Ritual ausdrücken!

Wie wichtig dieses Feiern in Gemeinschaft ist, bei dem unterschiedlichste Menschen mit Jesus verbunden sind und auf diese besondere Weise zu Geschwistern werden, haben die Kinder der 3. Klassen in der Vorbereitungszeit gemeinsam mit ihren Katechetinnen intensiv entdeckt. Sie haben die Geschichte kennen gelernt, in der uns erzählt wird, wie Jesus mit seinen Jüngern Abendmahl feiert, kurz bevor er gekreuzigt wird. Sie haben erfahren, dass Brot und Wein bzw Traubensaft uns an Leib und Seele gut tun, wenn wir es in Erinnerung an Jesus miteinander teilen. Dass das Abendmahl uns mit allen unseren Sinnen zum Fest des Glaubens lädt, taten die Kinder denn auch aus vollen Kehlen singend kund. Zuvor hatten sie die mit ihren Katechetinnen gebackenen Traubenbrote und den Traubensaft in die Kirche getragen und auf den Tischen bereit gelegt, an deren Seiten Rebstöcke mit selbst gebastelten Trauben standen.
Nach gemeinsamem Singen und Beten, nach dem Erzählen der Passionsgeschichte durch Rosmarie Diaz und Conny Gfeller luden die alt vertrauten Worte, mit denen um den ganzen Erdball zum Abendmahl geladen wird, auch in der Steigkirche zu Brot und Traubensaft. Die Kinder waren die ersten am Tisch. Danach waren sie es, die den anwesenden Eltern, Geschwistern und Gemeindegliedern Brot und Traubensaft austeilten. Mit spürbarer Freude teilten sie aus, weitergebend, was sie gelernt hatten: dass aus dem Teilen die Verbundenheit miteinander wächst.
"Ich hett gärn nomol gnoh, es isch so guet!", meinte gleichzeitig ein Kind, und drückte damit unbewusst ein doppeltes aus: von dem Brot, das so fein duftete und dem kühlen Traubensaft kann man nicht genug bekommen. Es ist das, was wir für unser Leben brauchen.
Nach dem festlichen Gottesdienst teilten die Kinder, was übrig geblieben war: so war die Brücke geschlagen zum Alltag, vom Abendmahlbrot zum täglichen Brot, das wir täglich als Gabe Gottes geniessen.
Pfrn. Karin und Pfrl Martin Baumgartner-Vetterli
Bereitgestellt: 16.04.2011      
Symbol für Barrierefreiheit
| aktualisiert mit kirchenweb.ch