Ruth Sommer

Zwingli Grundbestuhlung

Zwinglikirche Innenansicht —  Fotograf: Hanspeter Schiess<div class='url' style='display:none;'>/kg/zwingli/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-sh.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>1791</div><div class='bid' style='display:none;'>4865</div><div class='usr' style='display:none;'>205</div>

Zwinglikirche Innenansicht: Fotograf: Hanspeter Schiess

Die Grundbestuhlung der „neuen“ Zwinglikirche

Wer heute die „neue“ Zwinglikirche besucht, den mag die neue Anordnung der Bestuhlung überraschen. Denn das gewohnt Strenge der alten Kirchenbänke ist verflogen, wir finden die neue Bestuhlung in ungewohnter Anordnung wieder. Der Gottesdienstbesucher trifft nicht auf das vertraute Kirchenbild, in dem er Platz nehmen und seine Aufmerksamkeit nach vorn lenken könnte. Eine sanft gebogene Anordnung der Stühle steht mitten im Raum; dies entspricht einer möglichen Form des neuen Kirchbaus insofern, als es die Offenheit der alten Wegkirche mit dem CommunioGedanken verbindet. "… denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen". Die Gottesdienstbesucher können sich dabei bewusst machen, dass sie füreinander Verantwortung tragen, miteinander unterwegs sind und Christus im Nächsten begegnen.
Der Mittelgang ist ein weiteres Gestaltungselement welches im gewissen Sinne auch an die Gänge bei der alten Anordnung mit den Bänken erinnert. Der Mittelgang deutet aber auch eine „Ostung“ an, wie es bei vielen alten Kirchen anzutreffen ist.
Der Raum ist hier nicht Richtung sondern Mitte. Und die Mittelachsen bilden auch den idealen Punkt für den Taufstein, so kann dieser bewusst eine zentrale Position einnehmen.
Der sakrale Raum verträgt keine Unordnung, weil sonst die Ruhe nicht mehr spürbar ist. Das schützende Zeltdach, die Raumordnung mittels Grundbestuhlung, die ruhige Akustik und vor allem der grosszügige, leere Freiraum sollen elementar wichtige Punkte in der neuen Zwinglikirche sein. Insbesondere steht die Leere auch für das Unfassbare. Und ein Zelt erinnert im übertragenen Sinn auch an etwas Nomadenhaftes und charakterisiert auf eindrückliche Weise, das Suchen und Bewegen.
Mit diesen Erläuterungen sei versucht, die zentralen Gedanken und Überlegungen, welche zu dieser Lösung geführt haben zusammen zu fassen und näher zu bringen.
Bereitgestellt: 03.11.2017     
aktualisiert mit kirchenweb.ch