Ruth Sommer

Fotogalerie: Tage der offenen Türen 08

Bild nicht vorhanden gross (Foto: Werner Näf): Systembild

Bericht des Architekten
  
  
Planungsphase
Im Herbst 2003 schrieb die Zwingli-Baukommission unter dem Vorsitz von HR.Burgherr, Architekt ETH/REG einen Wettbewerb zur Planung der Sanierung aus, aufgrund dessen uns für Planung und Ausführung das Vertrauen geschenkt wurde.
Die Planung während der Zeit zwischen 2003 und dem Baubeginn Ende 2006 waren geprägt vom Streben nach Optimierung. Eine reine Sanierung des Bestandes erschien verhältnismässig teuer, ein Tagungszentrum-Erweiterungsprojekt stiess auf Widerstand, moderate Erweiterungspavillons waren ebenfalls zu kostspielig. Im Herbst 2006 fand die nun gebaute Lösung innerhalb des bestehenden Gebäudekubus breite Unterstützung sowohl bei der Kirchgemeinde wie auch beim Kirchgemeinde-Verband. Nach ersten dringenden Sanierungen Ende 2006 wurde die alte Kirche am 6.Mai 2007 das letzte Mal benutzt.

Das Kirchengebäude
Die vom damals jungen Architekten Dieter Feth erbaute Zwingli Kirche bestach durch ihre schlichten und klaren Formelemente von aussen wie auch im Kirchenraum: erdfarbiger Boden, massive murale Wandscheiben und das Zeltdach. Grundsätzlich genügten die Raumdispositionen, waren jedoch aufgrund veränderter Bedürfnisse oder aus Altersgründen mangelhaft: das Sekretariat sollte integriert werden, generell fehlten Räume für Gruppen, der Entréebereich war funktionell unbefriedigend. Zudem waren Behaglichkeits-Mängel aufgrund des Standes der Technik im Erstellungszeitraum aus heutiger Sicht unverkennbar.

Die neue Zwinglikirche
In der Gedenkschrift zur Einweihung von 1959 stand geschrieben: ‚die neue Zwinglikirche ist ‚eine konsequente Lösung‘ . . . . ‚denn es ist nichts Gefälliges, Nettes, Gemütliches an ihr;‘ . . . . . und man hätte: ‚sich mit dem Wesentlichen begnügt!‘
Dieses Wesentliche zu erfassen und zu erhalten musste das Ziel der Sanierung sein: ein quadratischer Gottesdienstraum, darüber spannt sich ein Dach mit der Form eines Pyramidenzeltes, das Ganze geschützt durch rauhe starke Mauern.
Die neue Zwinglikirche will sich öffnen: im Strasse und Quartier zugewandten Teil des ehemaligen Kirchenraumes befinden sich nun die Sekretariat-Räume. Diese Räume wollen auch unter der Woche ‚Leben‘ ins Kirchengebäude bringen! Das Quadrat-Element ist geblieben. Verkleinert definiert ein neuartiger Bodenbelag ein kleineres Quadrat, das sowohl Sekretariat-Raumschicht wie auch den Gottesdienst-Bereich umfasst. Letzerer ist geprägt von neuen, hochwertigen Elementen. Im mittels eleganten Linien und Flächen zeichenhaft abstrahierten Zeltdach, konnten neue, moderne Qualitäten erreicht werden; sowohl Akustik wie auch Wärmedämmung - aber auch Licht, sind zu nennen. Es ist möglich, der entsprechenden Nutzung gemäss gewünschte Lichtstimmungen aus dem Deckenlicht zu erzeugen, ergänzend vermag eine ‚Lichtwand‘ mit ihrem Leuchten das Licht erlebbar zu machen um dessen starke spirituelle Bedeutung zu verdeutlichen.
So ist die Lichtwand das neue aussagekräftige Wandelement, welches verbindend mit den bestehenden Wänden wirkt und gleichzeitig trennend für Sekretariatsbereich und Kirche wirkt.
In der Kirche haben die Bänke einer freien Bestuhlung Platz gemacht. Diese und die oben erwähnten Verbesserungen ermöglichen Gottesdienstformen ohne Zahl aber auch für Konzerte, Vorträge und ähnliches bietet der Raum würdige und attraktive Bedingungen.
Zusammen mit einer massiven Vergrösserung des Raumangebotes im Untergeschoss wird die neue Zwinglikirche ein Mehr an Lebensqualität bieten. Sie enthält die gewachsene Qualität eines Quartierzentrums und darüber hinaus das Potential eines Ortes mit überregionaler Ausstrahlungskraft!

Roland Busenhart, Architekt
Bereitgestellt: 26.03.2021     
aktualisiert mit kirchenweb.ch