Nicole Russenberger

Schaffhauser Nachmittag - Anekdoten um 1900

Unterstadt Bach <span class="fotografFotoText">(Foto:&nbsp;Nicole&nbsp;Russenberger)</span><div class='url' style='display:none;'>/kg/zwingli/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-sh.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>729</div><div class='bid' style='display:none;'>62896</div><div class='usr' style='display:none;'>543</div>

Das waren noch Zeiten - Schaffhausen Anno dazumal;
Der Vortrag von Martin Harzenmoser zu Schaffhausen um die Jahrhundertwende, gespickt mit Bildern und Anekdoten von früher, entlockten den Anwesenden so manche Erinnerung.
Nicole Russenberger,
Wussten Sie zum Beispiel, dass es in der Stadt um die Jahrhundertwende noch viele Reblagen gab? Oder dass auf dem Herrenacker, bis er in den 60er Jahren zum Parkplatz umfunktioniert wurde, ein Springbrunnen stand? Oder dass es in Schaffhausen ein Velodrome gab, wo Mann und Frau das Velofahren erlernen konnte und erst nach bestandener Prüfung durch den Experten auf der Strasse fahren durfte? Ein Velo kostete mit rund 1400 Franken genauso viel, wie ein ganzes Jahresgehalt eines Arbeiters. Eine körperliche Ertüchtigung, die nebst dem Stemm- und Schwingerklub zu den sportlichen Hobbies der Städter zählte. Wenigstens für die, die es sich leisten konnten. Oder die Erinnerungen an den offenen Gerberbach, der an der heutigen Bachstrasse immer wieder für Überflutungen in der Unterstadt sorgte. Für fröhliche Gesichter sorgte auch die Geschichte vom Schlittschuhlaufen auf der Spitzwiesen, bei der Fulach. Einige können sich noch an das fröhliche Eislaufen im Winter erinnern. In den 30er Jahren wurde dort sogar einmal ein Länder Hockeymatch ausgetragen zwischen der Schweiz und Belgien. Und unvorstellbar für uns heute; in den Altstadt Wohnungen teilten sich zum Teil sechs Arbeiter Familien ein WC. Wobei eine Familie meist nur einen Raum zur Verfügung hatte. Interessant auch die Anekdote zum Neuhauser Bahnhof, der erst verspätet gebaut wurde. Dies, weil die Droschken Besitzer um die Einnahmen der Rheinfall Touristen fürchteten, wenn die Bahn Einzug in Neuhausen hält. Ja, das waren noch Zeiten und eines ist klar; die Zeiten ändern sich, nicht aber die menschlichen Bedürfnisse.
Martin Harzenmoser verstand es einmal mehr, uns einen kurzweiliger, interessanten und fröhlichen Nachmittag zu schenken. Herzlichen Dank und immer wieder gern!
Bereitgestellt: 30.11.2020      
aktualisiert mit kirchenweb.ch