Krankensonntag

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Das Motto des diesjährigen Krankensonntags lautet: "Verletzlich, aber stark".
Martin Baumgartner
Im Gottesdienst in der Steigkirche haben wir uns zum Thema "Gesundheit und Krankheit" Gedanken gemacht. Im Schaffhauser Fernsehen wurde dieser Gottesdienst ausgestrahlt. Im Internet ist er noch zu finden. Warum begehen wir diesen Tag der Kranken? Wenn wir nach schwierigen, schmerzlichen Erfahrungen, nach einer Operation das Kantonsspital wieder verlassen, sind wir unendlich dankbar und erfahren, was es heisst: die Gesundheit ist nicht selbstverständlich. Das Leben ist und bleibt ein Geschenk. Am Krankensonntag denken wir an Menschen, die seit Jahren krank und auf Hilfe angewiesen sind. Die Schwächsten der Gesellschaft nicht zu vergessen, das ist der Sinn des Krankensonntages.
In früheren Zeiten gab es kein Krankenkassensystem, keine Invalidenversicherung. Die Familie, die Freundinnen und Freunde kümmerten sich um einen kranken Menschen. Davon erzählt die Geschichte aus dem Markusevangelium, Kapitel 2.
Wir müssen uns diese Szene einmal vergegenwärtigen. Ein Gelähmter hat die Hoffnung auf Besserung schon längst aufgegeben. Er hat keine Lebensenergie mehr. Zum Glück hat er Freunde, die sich um ihn kümmern. Sie geben ihn nicht auf, sie stehen zu ihm und setzen alles daran, ihn in die Nähe von Jesus zu bringen. Sie scheuen kein Hindernis. Sie steigen auf das Dach eines Hauses, entfernen die Lehmziegeln und öffnen ein Loch. Sie konstruieren eine Vorrichtung, sodass sie den Gelähmten auf seiner Bahre hinunterlassen können. Direkt vor Jesus. Sie setzen alles daran, dass ihr Freund eine Chance auf Heilung bekommt.
Das fasziniert mich an dieser Szene. Der Glaube der vier Freunde. Sie geben den Kranken nicht auf, sie hoffen für ihn.
Es braucht in unserer Gesellschaft Menschen, die sich für andere engagieren. Heute ist es nicht mehr eine Bahre. Heute kann es ein wohltuendes Gespräch sein, ein liebevoller Brief oder ein konkretes Tun. Die Hilfe im Alltag. Heute kann es der fahrbare Untersatz mit vier Rädern sein. Auch die Fürbitte ist eine Form der Zuwendung. In der Fürbitte legen wir die Not anderer Menschen Gott ans Herz und bitten ihn um sein Erbarmen. Es braucht in unserer Gesellschaft solche Trägerinnen und Träger, die stellvertretend hoffen und beherzt zupacken. Dank ihnen wird dem Gelähmten geholfen. Gott möge uns einen solchen Glauben schenken.

Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag,
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag. Amen
Bereitgestellt: 14.03.2021      
aktualisiert mit kirchenweb.ch