Silvestergottesdienst

St.Johann_Sep14 (5) <span class="fotografFotoText">(Foto:&nbsp;Admin&nbsp;Steig)</span><div class='url' style='display:none;'>/kg/steig/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-sh.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>2411</div><div class='bid' style='display:none;'>63232</div><div class='usr' style='display:none;'>1070</div>

Gemeindeglieder aus allen städtischen Kirchgemeinden suchten den Silvestergottesdienst im St. Johann auf.
Admin Steig,
Andreas Jud, Orgel, und Alea Schaub, nahmen die Lieder auf, da die Gemeinde nicht singen kann. Die Orgelstücke von Johann Pachelbel, Paul Müller - Zürich und Alexandre Guilmant bereicherten den Gottesdienst. Sie passten gut zu dieser Feier, in der wir auf das alte Jahr zurückblickten und uns auf das Neue Jahr besonnen haben. Ich habe eine biblische Geschichte ausgewählt, die zu momentanen Pandemie passt. Im Markusevangelium 4,35 - 41 wird berichtet, dass Jesus und die Jünger auf dem See von einem Sturm überrascht wurden. Die Jünger hatten Angst, sie klammerten sich an den Bootsrand und schauten die Wellen an, die immer höher und höher wurden. Das ist ein Bild für Lebenskrisen. In Krisen schauen wir auf das, was unser Leben bedroht. Eine Krise löst auch immer innere Zweifel aus. Sind wir allein, auf uns selber gestellt? Wir starren momentan auf die Skala der Infektionszahlen und fragen uns: Wann kommt das Ende des Tunnels? Wo ist da Gott, ruft einer im Boot. Ist Gott abwesend, überlässt er uns dem Spiel der Wellen? Jesus schläft friedlich auf einem Kissen. Die Jünger wecken ihn. Sie bitten ihn nicht um Hilfe. Sie machen ihm Vorwürfe: "Meister, kümmert es dich nicht, dass wir untergehen." Jesus erwacht, bedroht den Sturm und die Wellen. Schweig, verstumme .Augenblicklich tritt eine grosse Windstille ein.
Jesus wendet sich an seine Jünger mit der Frage. Warum seid ihr so furchtsam? Habt ihr keinen Glauben?
Der Evangelist Markus nimmt diese Wundergeschichte und macht sie zu einer Erzählung zum Thema Glauben. Die Jünger sind überzeugt, dem Untergang geweiht zu sein. Sie vertrauen nicht, dass sie durch diesen Sturm hindurchkommen. Glauben ist nicht ein Für- wahr - halten von bestimmten biblischen Wahrheiten. Glauben können wir mit Vertrauen übersetzen. Vertrauen, dass wir nicht allein sind. Vertrauen, dass wir durch diese Krise hindurchkommen. Vertrauen, dass Gott uns durch diese Krise hindurchführt.
Diesen Glauben habe ich bei meinen Besuchen im Kantonsspital entdeckt. Ich wurde gerufen, ein Gemeindeglied zu besuchen, das am Coronavirus erkrankt ist. Die Sorgfalt, die liebevolle Pflege und die Fürsorge des Pflegepersonals und der Aerzte im Kantonsspital hat mir Eindruck gemacht. Diese Menschen leisten Grossartiges unter erschwerten, schwierigen Bedingungen. Ich habe den Glauben dieser Menschen entdeckt. Wenn ich die Schwestern und Aerzte im Kantonsspital fragen würde, würden sie wohl nicht sagen, dass das Glaube sei. Aber genau dieses "Durehebe", das unermüdliche Weitermachen, auch wenn der Dienst schwierig geworden ist, das ist nicht anderes als Glauben.
Die Jünger hätten darauf vertrauen sollen, dass sie nicht allein sind im Boot. Und genauso geht es für uns darum, darauf zu vertrauen, dass wir nicht allein sind in der momentanen Pandemie. Jesus Christus ist bei uns im Lebensboot. Er ist der Immanuel. Gott ist mit uns und wir mit ihm. Mit diesem Vertrauen gehen wir ins Neue Jahr. Martin Baumgartner
Bereitgestellt: 01.01.2021      
aktualisiert mit kirchenweb.ch