Das Weihnachtshaus

Weihnachtsspiel 18<div class='url' style='display:none;'>/kg/steig/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-sh.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>4821</div><div class='bid' style='display:none;'>49673</div><div class='usr' style='display:none;'>232</div>

Am 3. Advent vibrierte die Steigkirche - 39 Kinder der 5. und 6. Klassen warteten aufgeregt auf ihren Auftritt im alljährlichen Weihnachtsspiel. Fleissig geübt hatten sie, doch als die Bänke sich immer mehr füllten, machte sich das Kribbeln bemerkbar. Davon war nichts mehr zu spüren, als sich die Türen des Weihnachtshauses öffneten.
Karin Baumgartner-Vetterli,
Man traf sich im grossen Gerberhaus. Die vielköpfige Familie war daran, den Estrich zu räumen, weil zum Bedauern der Grosseltern keines der Kinder das grosse, alte Haus übernehmen wollte. Beim Räumen traf man auf das sorgfältig gehütete Familiengeheimnis. Grossvater Josef Gerber hatte damals seine Frau Maria gegen den Willen der Eltern und zum Gespött des Dorfes geheiratet, obwohl sie bereits schwanger war. Das war eine sehr schwere Zeit für das junge Paar, doch Grossvater wusste einfach, dass Maria und er und das noch Ungeborene zusammen gehören. Kurz vor Heilig Abend kam das Kindlein, Dorothea, das Gottesgeschenk, zur Welt. Und an Weihnachten geschah die ersehnte Versöhnung.
Erst jetzt verstanden Kinder und Kindeskinder, warum die Grosseltern so sehr an dem Haus hingen. Es war ein Weihnachtshaus, ein Haus der Versöhnung. Das sollte es bleiben. Nicht lange vor Weihnacht fanden verschiedene Menschen ein neues Daheim unter seinem grossen Dach: eine Familie mit einem Neugeborenen, die eben ihre Wohnung verloren hatte, drei Studentinnen mit chronischem Geldmangel, ein betagtes Paar, das nicht mehr alles allein schaffte, und im Keller sogar eine Rockband. Ein buntes Weihnachtsfest war das im Haus der Familie Gerber - es blieb ein Weihnachtshaus, in dem Menschen leben und sich freuen sollten und füreinander da sein wollten, wenn es nötig war. Eine Welt im Kleinen, wie sie im Grossen sein sollte.
Der lange Applaus war für die Schülerinnen und Schüler mehr als verdient. Man spürte gut, wie sie in ihren Rollen lebten!
Bereitgestellt: 17.12.2018     
aktualisiert mit kirchenweb.ch