Tanzen heisst Beten
Wir haben uns verzaubern lassen von faszinierenden Bewegungen und improvisierten Klängen. Wir haben uns berühren lassen von getanzten Geschichten und Erzählungen.
Wolfram Kötter,
Drei sehr unterschiedliche Darbietungen, mit spirituellem Tiefgang, mit Emmanuel Ramos Rojano, Davina Wölfle-Obitz, Viviane Hummel und Stephanie Senn (Klavier) begeisterten das Publikum.
Der erste Tanz war ein »Gebet zu den vier Elementen». Die Energie von Erde, Wasser, Feuer und Luft vereinten sich durch Musik und Tanz, um Respekt, Ehrfurcht und Gebet gegenüber der Natur auszudrücken.
Der zweite Tanz "Lib(e)ro" war ein Spiel mit den Motiven des Aufbruchs, der Solidarität und des Miteinanders. In diesem Tanzstück begegnen sich drei Menschen in einer Bibliothek, umgeben von Büchern, die als Sinnbild für gesammeltes Wissen und Geschichten stehen.
Im zweiten Teil des Stückes verwandelt sich die Bühne sinnbildlich in die Arche Noah. Die Bücher werden zu Symbolen für das Bewahren von Wissen in unsicheren Zeiten. Die imaginäre Arche steht für Hoffnung, Neuanfang und den Schutz des kollektiven Wissens.
Auch die Zuschauer waren eingeladen mitzutanzen, bevor Emmanuel Ramos Rojano im prächtigen Kostüm eines Kriegers eine aztekeischen Tanz zelebrierte. Der aztekische Tanz ist eine heilige Praxis, die Bewegung, Spiritualität und die Verbindung mit der Natur vereint. Jeder Schritt, jeder Trommelschlag und jeder Atemzug sind Teil eines lebendigen Gebets – einer Geste des Lebens und der Dankbarkeit. Für Emmanuel Ramos ist dieser Tanz ein Gebet in Bewegung – eine Art, das Leben, die Natur und das innere Licht, das uns alle verbindet, zu ehren.