Ruth Gehring

58plus: Mit den Wöschwiiber in Wilchingen

DSC_5646<div class='url' style='display:none;'>/kg/sjm/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-sh.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>1947</div><div class='bid' style='display:none;'>55033</div><div class='usr' style='display:none;'>916</div>

Ein Waschtag im Jahre 1767!
Ruth Gehring,
Wo erzählte man sich früher die Dorfgeheimnisse? Genau: rund um dem Waschzuber! Mit dem Leiterwagen ging es von Brunnen zu Brunnen. Mit Zuber, Waschbrett, Drehkellen und "Saapfe" musste die Wäsche der Herrschaft geschrubbt, eingeweicht, eingerieben und ausgewunden werden. Unsorgfältiges Arbeiten oder sogar "Löchli" in der Wäsche gab Abzug am Lohn. Und dieser war wahrlich nicht gross. Ein selbständiges "Wöschwiib" hatte es besser als eine Magd. Diese durfte am Sonntag in die Kirche und hatte einmal im Jahr frei. Erst 1515, nach einigen Jahren des Ringens und des Kämpfens, konnte sich Wilchingen, zu einem hohen Preis, aus der Pfarrgemeinde Erzingen lösen.

Die Wöschwiiber tauschten sich an den Brunnen aus, jede wusste aus ihrem Haus und dem Dorf zu berichten, es wurde getratscht, gejammert, gelacht und ab und an auch gestritten.

Unsere beiden Wöschwiiber, Lui Hablützel und Eve Beguelin, haben ihre Sache gut gemacht. Mit viel schauspielerischem Talent und Fachwissen haben sie uns während 11/2 Stunden durchs Dorf geführt und vieles über die Dorfchronik zu berichten gewusst.
Anstelle der Rückfahrt auf dem Pferdewagen zum Bahnhof, durften wir Halt machen an der Seldwylastrasse bei Familie Betschart und waren zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Sehr fein!
Es war ein wunderbarer Nachmittag und der Regen kam erst auf dem letzten Stück Spaziergang zum Bahnhof.
Bereitgestellt: 20.08.2019      
aktualisiert mit kirchenweb.ch