Ruth Gehring

"Sebastian Hofmeister" im Hofmeisterhuus

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Das Rätsel, ob das Porträt eines Theologen vom 16.Jh., tatsächlich Sebastian Hofmeister darstellt, ist bis heute nicht ganz klar. Gesichert sind jedoch viele Angaben zu seinem Lebensweg. Dies wurde uns vom Lokalhistoriker, Herr Martin Harzenmoser, eindrücklich, spannend und auch humorvoll vorgetragen.

Ruth Gehring,
Der Gemeindesaal im Hofmeisterhuus erwies seinem Namensträger heute alle Ehre, wir durften viele interessierte Gäste begrüssen. Unserem Referenten, Herrn Martin Harzenmoser ist es einmal mehr gelungen, die Zuhörer in seinen Bann zu ziehen und dafür zu sorgen, dass alle Anwesenden, am Schluss des Morgens einiges mehr wussten über diesen Mann.
Mit Sebastian Hofmeister hatte Schaffhausen einen herausragenden Vorkämpfer für die Reformation, der auch schweizweit grossen Einfluss und Anerkennung besass. Ums Jahr 1494 im Haus zu den drei Bergen in der Unterstadt geboren, trat Hofmeister dem Franziskanerorden bei. Er studierte in Frankfurt und in Paris Theologie und schloss um 1520 mit dem Doktorat ab. Zurück in der Schweiz, kam er in Zürich in Kontakt mit Zwingli. Nachdem er in Luzern wegen seiner Predigttätigkeit im reformierten Sinn als Ketzer angeklagt und vertrieben worden war, kehrte er im Herbst 1522 nach Schaffhausen zurück.
Hofmeister war ein hoch gebildeter, begnadeter Redner mit einer enormen Bibelkenntnis. Seine feurigen Predigten gegen die kirchlichen Missstände machten in der Stadtkirche St. Johann grossen Eindruck, lösten aber auch Streit aus. Im Sommer 1525 kam zu Unruhen unter den Rebleuten und Fischern. Der Schaffhauser Rat bezichtigte Sebastian Hofmeister als geistigen Urheber und vertrieb ihn (vermutlich auch auf Geheiss der eidgenössischen Orte) aus der Stadt.
Zunächst ging Hofmeister danach nach Zürich, wo er dank Zwingli eine Stelle als Prediger an der Fraumünsterkirche fand. Schliesslich wurde Hofmeister Pfarrer in Zofingen und starb, erst 37 Jahre alt, mitten in einer Predigt an einem Schlaganfall. Er hinterliess eine Frau und vier Kinder. Hofmeister hatte es zeitlebens bedauert, dass er nicht mehr nach Schaffhausen zurückkehren durfte. Der Rat liess ihn stets abblitzen. Er befürchtete wohl, der charismatische Prediger könne die Reformation zu forsch vorantreiben.

Der nächste Quartiermorgen ist keine Morgenveranstaltung, sondern der Ausflug vom 15. Mai.
Anmeldungen über die Homepage bis zum 8. Mai.

Bereitgestellt: 06.03.2019     
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