Musikalischer Weihnachtskrimiabend in Siblingen

Musikalischer Weihnachtskrimi-Abend<div class='url' style='display:none;'>/kg/siblingen/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-sh.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>4809</div><div class='bid' style='display:none;'>49491</div><div class='usr' style='display:none;'>232</div>

Das Saxophon stöhnte, der Sänger röchelte, der Bass klagte, das Klavier perlte im Takt der Blutstropfen und vom Schlagzeug kam ein Schuss! Schon bevor Walter Millns mit Erzählen einsetzte, braute es sich atmosphärisch zusammen... !
Karin Baumgartner-Vetterli,
Am 8. Dezember wurde in der Kirche Siblingen ein Weihnachtskrimi-Abend vom feinsten geboten. Walter Millns las seine Texte mit packender Intensität, und seine schrankenlose Fabulierlust zog alle Anwesenden in den Bann. Gruselig war’s manches Mal, grotesk, absurd, aber kaum machte sich Hühnerhaut breit, lachte man wieder Tränen. Fein ironisch im Alleralltäglichsten war das Unheilvolle angesiedelt, mit Situationskomik garniert. Nein, man ahnte nicht sofort, dass es tödlich sein könnte, wenn ein Ehemann hinter verschlossener Garagentür «Born tob e wild» sang, wenn da nicht im Nebensatz erwähnt worden wäre, dass es sechs Wochen dauerte, na ja! Und dass die Maden für’s Fischen praktischerweise vom Nachbarn waren, wollte man sich lieber nicht konkret vorstellen. Auch nicht den Inhalt der Pakete, die die schöne Försterin dem Knecht Ruprecht mitgab – schliesslich fehlte der Förster! Und die Meisen, ja, die Meisilein, die niedlichen, hatten ihren letzten Meisenknödel auch gesehen. Fast weihnächtlich wurde es schliesslich, als der Hubi und der Goetz – der eine mit blickdichtem Strumpf als Maske! – bei einem Überfall ihre alte Handarbeitslehrerin als Geisel nahmen, und diese sie vor dem Knast bewahrte, indem sie ihnen das Stricken beibrachte…und seither stricken sie immer noch! Unschlagbar komisch war das, und die Lacher wollten nicht enden.
Doch die brilliant erzählten Geschichten hätten nicht so gepackt, wären da nicht auch grossartige Musiker und Musikerinnen gewesen. Bea Kunz entlockte dem Saxophon und der Querflöte vom Schmelz bis zur rauh-düsteren Klage Alles. Mit Urs Bringolf am Schlagzeug bauten sich subtil unheimliche Stimmungen auf. Vreni Wipf liess es am Piano perlen und hüpfen, walzern und rocken, bot musikalisch ein lustvolles Augenzwinkern. Aldo Malagoli am Bass setzte Akzente mal fein untermalend, mal solistisch akzentuiert, hart und weich. Und in einzelnen Songs wurde er auch als Sänger aktiv, gemeinsam mit Heinz Rether. Ihm, den Sänger, hing man buchstäblich an den Lippen mit seiner gewaltigen Stimme – mal rauchig und heiser, dann wieder nonchalant und charmant, laut, leise, und immer mit eindringlicher Präsenz. Man summte und wippte man mit mit den Oldies, etwa beim «Kriminaltango», oder «Just a gigolo», «Mackie Messer». Dann wieder klang Vertrautes neu, verfremdet, mal jazzig, mal rockig, mal eher «bluesig».
Man spürte den Künstlern und Künstlerinnen die Freude am gemeinsamen Gestalten an – da wurde lustvoll aufeinander reagiert und inszeniert. Diese lustvolle und kreative Atmosphäre war ansteckend. Sie hat die Anwesenden mitgerissen. Dass da Kunst und Können dahintersteckt, das kam bei den angeregten Gesprächen im anschliessenden Apéro begeistert und in Superlativen zur Sprache!
Bereitgestellt: 10.12.2018     
aktualisiert mit kirchenweb.ch