Kirche Oberhallau

Das Licht in der Dunkelheit

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Laiengottesdienst Sonntag, 28. November 2021 in der ref. Kirche Oberhallau mit Markus Salzmann und Genet Meier „Selam-Schule“, Hilfswerk in Äthiopien.
Katharina Nimanaij
Markus Salzmann wählte für seine Laienpredigt das Thema „Licht“, das ausgezeichnet zum 1. Adventsonntag passte. In einer Zeit, da mit künstlichen Lichtern nicht gespart wird, die in die Dunkelheit leuchten. Er las aus dem alten Testament Jesaja 9/ Vers 1: „DasVolk das in der Finsternis wandelt sieht ein grosses Licht und über die da wohnen im finstern Lande scheint es hell.“
Hell leuchten derzeit die Lichterketten in die Nächte. Vorboten auf Weihnachten. Ein freudiges Fest. Ein Fest der Liebe und des Lichts. Und doch leiden gerade in dieser hoffnungsvollen, freudigen Zeit viele Menschen an Depressionen und fragen nach dem Sinn des Daseins, verfallen in Schwermut, die Dunkelheit deckt sie zu. „…das Volk das in der Dunkelheit wandelt, sieht ein grosses Licht…“ Gott meint die, die ohne ihn leben, diese Menschen leben in der Dunkelheit, predigte Markus Salzmann. Licht ist immer stärker wie Dunkelheit. Als Beispiel nannte er das Kerzenlicht, welches reicht, um die Dunkelheit zu durchbrechen. Oder ein anderes Exempel: Kleine Kinder haben oft Angst in der Dunkelheit. Für sie reicht es, wenn man nur einen Spalt der Zimmertür offenhält womit ein winziger Strahl Licht ihnen die Angst nimmt. Licht gibt Sicherheit. Und ohne Licht gedeiht nichts, rein gar nichts auf der Erde. Aus Johannes 8/Vers 12: „…ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ Die gegenwärtige Pandemie wirkt wie ein unsichtbarer Feind über uns. Ist sie ein Warnfinger? Wie treffend das Beispiel vom Versorgungsschiff der „Sea Trucker Group“, das im Jahre 2013 mit einer Besatzung von zwölf Seeleuten versank. Der neunundzwanzigjährige Koch Harrison Orkene, konnte drei Tage danach in einer Luftblase, die sich um ihn gebildet hatte, gerettet werden. Er habe immer wieder zu Gott gebetet, gestand dieser. (Nach einer wahren Geschichte.) Zur Sprache brachte Markus Salzmann auch das Licht am Ende des Lebens. Man weiss nicht, was genau uns nach dem Tod erwartet. Und doch ist da immer wieder die Rede vom Licht. Das grosse Licht. So wie Goethe, der nicht so überzeugt war vom Gottesglauben, auf dem Sterbebett immer wieder gerufen habe, er brauche Licht, mehr Licht! Der eindrückliche Laiengottesdienst wurde von Hans Ochsner und Willi Surbeck mit Lesungen und Gebeten feierlich mitgestaltet und das auffallende, virtuelle Orgelspiel von Andrzej Berezynski, lieferten dem Thema „Licht“, Verstärkung.
Licht für die Selam-Schule:
Frau Genet Meier sprach über das grosse Hilfswerk in Äthiopien, der Selam-Schule. Eine beinahe unglaubliche Geschichte, getränkt von Überzeugungskraft, Licht, Hoffnung und Gottes-Nähe. Damals wie heute gab und gibt es viele Gründe sich zu fürchten, sagte sie. Die Menschen in der Amhara und Tigray-Region im Norden von Äthiopien leiden unter den Folgen des Bürgerkrieges. Viele Hunderte sind auf der Flucht. „Selam“ bedeutet Frieden. Was ihre Schwester Zahai in jungen Jahren und aus eben dieser starken Überzeugung und mit reichlich Mut aufgebaut hatte, nämlich den ersten Schritt zu tun, die während vieler Jahre in ein grosses Werk mündeten, die Realisierung der Selam-Schule. Im Jahre 1986 konnten die ersten Kinder aufgenommen werden. Heute ist aus dieser Schule längst eine Ausbildungsstätte für über dreihundert Kinder, denen eine berufliche Zukunft gesichert ist, herangewachsen. Hier werden etwa Getreidemühlen, Butterfässer, Werkzeugkasten, landwirtschaftliche Geräte, Bienenkästen und vieles mehr, hergestellt. Frauen werden zu Schneiderinnen, oder Bäckerinnen ausgebildet. Es gibt mittlerweile auch eine Kita, die junge Mütter unterstützen. Zudem eine Klinik für Leute die kein Geld haben. Die Schweizer Botschaft habe hierfür Geld gespendet. Ihre Schwester Zahai habe behauptet, dass stets viele Engel geholfen haben, dass es so weit gekommen sei. Das könnte man tatsächlich, „das Licht in der Dunkelheit“ nennen.

Katharina Nimanaij