Franziska Bevilacqua

Lesung und A-capella-Gesang in der Bergkirche Neunkirch

IMG_4208-Illegale Pfarrerin Neunkirch-Christina Caprez <span class="fotografFotoText">(Foto:&nbsp;Doris&nbsp;Brodbeck)</span><div class='url' style='display:none;'>/kg/neunkirch/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-sh.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>5752</div><div class='bid' style='display:none;'>61725</div><div class='usr' style='display:none;'>1323</div>

Christina Caprez, Journalistin und Autorin, liess sehr stimmig Szenen aus dem Leben ihrer Grossmutter aufleben. Diese war die erste verheiratete Pfarrerin der Schweiz, was Konsequenzen für sie und die Gemeinde hatte, sie aber nicht abhielt davon, ihre Berufung zu leben.
Franziska Bevilacqua,
1931 tut das Bündner Bergdorf Furna etwas, was zuvor noch keine Gemeinde der Schweiz gewagt hat: Es wählt eine Frau zur Pfarrerin. Ein Skandal, der bis nach Deutschland Schlagzeilen macht. Greti Caprez-Roffler ist 25 Jahre alt, frisch gebackene Theologin und Mutter. Sie zieht mit ihrem Baby ins Bergdorf, ihr Mann bleibt als Ingenieur in Zürich. Die Behörden konfiszieren das Kirchgemeindevermögen, doch die Pfarrerin arbeitet weiter, für «Gottes Lohn».

Nach ihrem Tod macht sich die Enkelin auf die Spuren der ersten Schweizer Gemeindepfarrerin. Christina Caprez liess die aussergewöhnliche Emanzipationsgeschichte ihrer Grossmutter mit Bildern und kurzen Sequenzen aufleben. Die Kämpfe einer Frau mit einem grossen Hunger auf das Leben, die für sich in Anspruch nahm, was damals für viele undenkbar war: ihrer Berufung nachzugehen und Mutter zu sein, eine glückliche Liebe zu leben. Und deren Mut einen hohen Preis hatte - nicht nur für sie.

Der Abend wurde musikalisch wunderbar begleitet vom Gesang von Simone Debrunner, Danielle Geyer und Martina Wernli. Nach den interessanten Eindrücken hatte auch das Publikum Lust auf mehr - die mitgebrachten Bücher waren schnell ausverkauft.
Bereitgestellt: 08.09.2020      
aktualisiert mit kirchenweb.ch