Meine Sommerlektüre: Ich finde Gott in den Dingen, die mich wütend machen

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Über das Buch der amerikanischen Pfarrerin Nadia Bolz-Weber bin ich zufällig gestolpert. Es blieb nicht beim Stöbern, begeistert las ich die Autobiographie einer Frau, die ganz unten war und sich aufrappelte - und Pfarrerin wurde, deren Schaffen wohl so umschrieben werden kann: "Das blöde ist, immer wenn wir eine Grenze ziehen zwischen uns und anderen Menschen, steht Jesus auf der anderen Seite."
Matthias Koch,
Die US-Amerikanerin Nadia Bolz-Weber wuchs in einem christlich-fundamentalistischen Elternhaus auf. In ihrer Jugend kommt es zum Befreiungsschlag, sie will nur noch raus. Dabei schiesst sie übers Ziel hinaus, stürzt ab und wird alkoholkrank. Die Beerdigung eines Freundes, an der sie die Trauerrede hält, bringt sie ins Grübeln. Langsam beginnt sie sich zu versöhnen: Mit sich selbst, ihrem Gottesbild und Gott. Was sie nie gedacht hätte: Sie landet bei den Lutheranern - und wird schliesslich sogar Pfarrerin.

Mit zahlreichen Tattoos und mit einem losen Mundwerk ausgestattet, macht sich sich stark für eine offene Kirche für Menschen ganz unten und ganz oben - und jene dazwischen. Als Pfarrerin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika gründet sie die Gemeinde: «House for All Sinners and Saints» («Haus für alle Sünder und Heiligen»), in der Suchtkranke, gestrauchelte Vorbestrafte und labile Kriegsveteranen ebenso zusammenfinden wie völlig durchschnittliche Menschen. Willkommen ist jede*r, nur Grenzen nicht. Oder wie ein Spitzensatz aus dem Buch es ausdrückt: "Das blöde ist, immer wenn wir eine Grenze ziehen zwischen uns und anderen Menschen, steht Jesus auf der anderen Seite."
Bereitgestellt: 19.07.2020    
aktualisiert mit kirchenweb.ch