Gedanke zur Jahreslosung: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst

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Wo gibt’s denn noch etwas umsonst? Alles hat seinen Preis. Oft genug schlummert irgendwo ein Haken, wenn etwas als umsonst angepriesen wird; oder im Kleingedruckten lauern Ausnahmen, so dass das Angebot doch nicht so günstig ist, wie es daherkommt.
Matthias Koch,
Wo gibt’s denn noch etwas umsonst? Alles hat seinen Preis. Oft genug schlummert irgendwo ein Haken, wenn etwas als umsonst angepriesen wird; oder im Kleingedruckten lauern Ausnahmen, so dass das Angebot doch nicht so günstig ist, wie es daherkommt. Schliesslich leben wir in einer Leistungsgesellschaft, wo fast alles durchgerechnet und nach Kosten und Nutzen aufgeschlüsselt wird. Es muss sich rechnen – unter dem Strich muss was rausspringen. Max Frisch merkte einmal ironisch-kritisch an: „Gut ist, was rentiert.“ Sollte er Recht behalten?

Ganz ohne Rechnen geht es nicht. Es müssen Löhne bezahlt, Güter eingekauft und Investitionen getätigt werden. Ressourcen müssen sorgfältig eingesetzt werden. Sonst hat am Ende niemand etwas davon. Jedoch darf gefragt werden: Brauchen wir nicht auch Lebensbereiche, wo dieses Rechnen gerade nicht zur Anwendung kommt?

Ich brauche auch Orte, wo ich ganz Empfänger oder Empfängerin sein kann – ohne Gegenrechnung. Orte, wo ich meine Bedürftigkeit, meine Schwächen und Fehler, meinen Durst nach Lebensfülle zulassen darf, ohne mich dafür rechtfertigen zu müssen oder darum zu bangen, reicht es oder nicht? Dieser Durst kennt viele Formen. Wir sehnen uns nach Anerkennung und Wertschätzung, wir suchen Sinn und Erfüllung, wir brauchen Zugehörigkeit, Geborgenheit und wünschen uns gute Gesundheit. Wie gross unser Durst ist, merken wir, wenn die Gesundheit wackelt, Beziehungen auseinandergehen, Gewissheiten wanken, ein lieber Mensch nicht mehr da ist oder Zweifel und schwere Gedanken uns plagen. Erst wenn eine Quelle versiegt, vermissen wir ihr Wasser.

Die Jahreslosung spricht von einer Quelle, die wahres Leben schenkt. Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst. (Offenbarung 21,6). Gott will und kann unseren Durst nach Leben stillen aus einer Quelle, die nie versiegt. Diese Quelle sprudelt ohne mein Zutun. Sie sprudelt auch ausserhalb von meiner Schaffenskraft, meinem Leistungsvermögen und Können. Ich bin ganz auf der Empfängerseite. Auch in meiner Schwachheit und Kraftlosigkeit kann ich mich vertrauensvoll hinwenden und meinen Durst stillen. Er schickt mich nicht fort.

Gott ist die Quelle des Lebens. Sein lebendiges Wasser sprudelt nicht nur, um meinen Durst zu stillen, sondern auch damit ich selber überfliesse und anderen mit meinen Gaben und Stärken zu einer Quelle werde, die Hoffnung, Mut, Freude oder Trost verschenkt – ganz umsonst, aber bestimmt nie vergebens.
Autor: Matthias Koch     Bereitgestellt: 05.01.2018    
aktualisiert mit kirchenweb.ch