«Was wir gelernt haben»

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Ungewöhnlich wenige Teenager der Kirchgemeinde Löhningen–Guntmadingen wurden dieses Jahr konfirmiert. Trotzdem: Gut 100 Personen wollten mitfeiern, als die beiden Guntmadingerinnen Jessica Meier und Nicole Neukomm bei der Blockhütte Guntmadingen konfirmiert wurden. Es war ein lehrreicher Morgen.
Lukas P. Huber,
Eine aufregende Konfirmation erlebten die Verantwortlichen am Sonntag, 28. Juni 2020. Eine Stunde vorher zog eine Regenfront über das Chläggi, und die ganze Technik musste vor dem Regen beschützt werden. Dank eines eilig installierten Zelts der Jungschar konnte der Gottesdienst pünktlich begonnen werden. Valentin Huber (Gitarre) und Jaël Wyss (E-Piano) eröffneten die Konfirmationsfeier im «Tal» bei der Blockhütte Guntmadingen.

Als die Technikprobleme mehr oder weniger behoben waren – dem Mischpult hatte das feuchte Wetter oder was auch immer nicht gut getan –, begrüsste Pfarrer Lukas P. Huber die gut 100 Personen, die gekommen waren, um mit Jessica Meier und Nicole Neukomm mitzufeiern. Er habe heute morgen gelernt, scherzte Huber, dass man nass werde, wenn es regnet. Damit war das Thema gesetzt, das die beiden Konfirmandinnen ausgesucht hatten: «Was wir gelernt haben».

Nach ein paar Liedern erzählten sie, von Pfarrer Huber gefragt, was sich in den letzten Jahren in ihrem Leben geändert hat und was sie gelernt haben. Dazwischen spielte Nicole Neukomm mit Linda Müller, Anja Schwaninger und Jenny Herrmann drei Szenen, wie junge Menschen mit drei, mit zehn und mit 14 Jahren ihre Konflikte lösen: mit dreinschlagen, mit einem Zickenkrieg und damit, dass man ein Missverständnis klärt.

Pfarrer Huber ermutigte die Konfirmandinnen in der Predigt, nicht nur während der Erstausbildung in Lehre und Fachmittelschule zu lernen, sondern ein Leben lang eine lernbereite Haltung an den Tag zu legen. Was er selber in diesem Jahr gelernt habe, fuhr er fort, sei, dass wir unser Leben nicht im Griff haben. «Wer hätte Anfang an gedacht, dass die Konfirmation nicht wie lange vorher abgemacht Mitte Mai stattfinden kann?» fragte er die Gemeinde. Mit Psalm 23 empfahl er den beiden jungen Frauen, sich auf Gott zu verlassen, der auch in schwierigen Zeiten – dem finsteren Tal – da sei und durch diese Zeiten führe. Er schloss mit dem letzten Vers «Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar» und sagte, dass nach christlichem Verständnis Lernen wichtig sei, dass das Leben sich aber nicht darin erschöpfe, möglichst viel Wissen anzuhäufen, sondern dass jeder Mensch eingeladen sei, am Ende des Lebens damit zu rechnen, das wir nach unserer Existenz auf der Erde bei Gott willkommen sind.

Die beiden Konfirmandinnen trugen ihren selber ausgewählten Konfirmationsspruch vor, wurden gesegnet und von Kirchenstandsmitglied Dänu Wyss symbolisch in die Gemeinschaft der kirchlich Erwachsenen aufgenommen.

Nach dem Schluss des Gottesdienstes waren die Mitfeiernden an den Aperitif eingeladen, den die Familien der nächstjährigen Konfirmandinnen und Konfirmanden vorbereitet hatten. Während die Familien der Konfirmierten bald weiterzogen, blieben einige Familien vor Ort, grillierten und assen neben der Blockhütte.
Konfirmation 2020
02.07.2020
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