Ein Selfie in der Kirche – für den Frieden

Zwei Friedensstifter<div class='url' style='display:none;'>/kg/loehningen/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-sh.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>46</div><div class='bid' style='display:none;'>33216</div><div class='usr' style='display:none;'>108</div>

Einen eindrücklichen Ziitfenschter-Gottesdienst erlebte die Kirchgemeinde Löhningen-Guntmadingen zum traurigen 15. Jahrestag von 9/11. Nach Taufe, Anspiel und Predigt wurden die Gottesdienst-Besucherinnen und -Besucher aufgefordert, ein Selfie zu machen.
Lukas P. Huber,
Schon in der Begrüssung von Thomas Stamm vom Ziitfenschter-Team klang es an: Viele könnten wohl noch heute sagen, wo sie sich befanden, als sie von den Anschlägen am 11. September 2001 hörten. Ein anspruchsvolles Thema zum 15. Jahrestag!

Trotz des Themas liess eine Familie ihre Tochter taufen. Emilia Künzle wurde von Pfarrer Lukas P. Huber getauft, nachdem die Gemeinde mit Begleitung von Mischa Hafen (Klavier) und Valentin Huber (Gitarre) zwei Lieder gesungen hatte.

Nach der Taufe das Anspiel von Thomas Stamm, Dominik Schwaninger, Daniela Felber und Basilius Marty. Der Scheinwerfer wechselte zwischen zwei Gesprächs-Duos hin und her. Links des Taufsteins lässt sich sich der Mann eines Paars vor einem Freund über die Frau aus, während, auf der anderen Seite des Taufsteins, die Frau sich ihrem Berater gegenüber über den Mann beklagt. In teils lustigen, teils beklemmenden sechs Szenen konnten die Gottesdienst-Besucher miterleben, wie die Beziehung langsam eskaliert war. Das Anspiel endete mit dem gleichzeitig von beiden gesprochenen Satz: «Ich habe mich einfach wehren müssen!»

Den Begriff des Sich-nur-Wehrens nahm, nach einem kurzen Instrumentalstück von Pianist Marc Wanner, Pfarrer Huber auf. Dieser Satz gehöre spätestens seit 9/11 zum Stehsatz der Politik, stellte er fest. Allerdings könne der Satz, wie im Anspiel schön zur Geltung kam, auch in persönlichen Beziehungen jederzeit angebracht werden. Der Satz «Ich habe mich nur wehren müssen» habe den Vorteil, dass er so schnell und schmerzfrei gesagt werden könne, während es viel schwieriger sei, in einer schwierigen Situation eine Lösung zu finden. «Ist Ihnen einmal aufgefallen, wie die deutsche Sprache manche Begriffe schön darstellt? Krieg ist ein viel kürzeres Wort als Friede, und Versöhnung ist noch viel länger.» Am allerlängsten sei das Wort Friedensstifter, führte Huber aus. Doch das sei der Auftrag von Jesus: «Selig sind die Friedensstifter; denn sie werden Gottes Kinder heissen.» Matthäus 5,9

Nun stelle sich die Frage, wer denn den ersten Schritt der Versöhnung gehen müsse: Derjenige, der schuldig geworden sei, oder derjenige, der verletzt worden ist. Huber versprach die ultimative Antwort auf diese schwierige Frage: «Die Antwort ist: immer ich!» sagte er.

Nach der Predigt kam der thematische Höhepunkt des Gottesdienstes: Dominik Schwaninger forderte die gut 80 Personen in der Kirche auf, das Handy hervorzugehen und ein Friedens-Selfie zu schiessen, und zwar gleich jetzt. Das Team verteilte dazu auf dickes Papier gedruckte Zettel «Friedensstifterin. Immer ich!» hiess es auf dem Zettel. Wer kein Telefon dabei hatte, konnte beim Team ein Foto machen lassen, das Dominik Schwaninger noch während des Gottesdienstes ausdruckte. Pfarrer Hubers Sohn wollte auch mitmachen, also nahmen die beiden ein Foto auf mit den Gottesdienst-Besucher im Hintergrund.

Der Gottesdienst schloss mit dem Segen von Daniela Felber und dem Schlussspiel von Marc Wanner.

Ein Zusammenschnitt des Familiengottesdienst kann hier angehört werden:



Unter diesem Link kann der Zusammenschnitt direkt heruntergeladen werden.

Die Seite für die Predigten der Kirchgemeinden zum Nachhören finden Sie hier.

Autor: Lukas P. Huber     Bereitgestellt: 12.09.2016