Taufe in der Traubenstande

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Nach der Taufe

Einen sehr speziellen Taufgottesdienst erlebte die Kirchgemeinde Löhningen–Guntmadingen am 21. Februar 2016. Ein elfjähriges Mädchen wurde durch Untertauchen getauft – in einer Traubenstande.
Lukas P. Huber,
«So viel Wasser» lautete der Titel auf dem Einladungs-Flyer an die Kinder von Löhningen und Guntmadingen. Zu Beginn des Tauf-Familiengottesdienstes am 21. Februar 2016 konnten die Kinder beim Einzug mit Bechern noch zusätzliches Wasser in die schon gut gefüllte Traubenstande im Chor-Raum der Kirche Löhningen schütten. Damit war schon das Thema des Gottesdienstes angerissen: die Taufe der elfjährigen Jaël Wyss.

Doch zuerst begrüsste Vreni Neukomm die vielen Leute in der Kirche, speziell natürlich die 35 Kinder. Nach einem Gebet und zwei Liedern hörten sie die Geschichte des Manns aus Äthiopien, der in den Tempel von Jerusalem kam, um dort zu beten. Für den Heimweg kaufte er sich das Buch des Propheten Jesaja, verstand es aber nicht. Ein Glück, stand der Jesus-Jünger Philippus am Wegrand und liess sich auf den Wagen des Manns aus Afrika bitten, um ihm von Jesus zu erzählen, von dessen Tod und Auferstehung und von der Taufe. Als die beiden an einem Wassertümpel vorbeikamen, fragte der Mann aus Äthiopien, was ihn denn hindere, getauft zu werden. Nichts sprach dagegen. «Und er liess den Wagen halten und beide stiegen in das Wasser hinab, Philippus und der Kämmerer, und er taufte ihn», heisst es in der Luther-Übersetzung lapidar.

Nach der Geschichte fragte Pfarrer Lukas P. Huber Jaël Wyss, warum sie sich denn taufen lassen wolle. Sie sei als Kind nicht getauft worden, und in den letzten Monaten habe sie gemerkt, dass jetzt der Zeitpunkt gekommen sei, um ihrem Glauben an Gott so Ausdruck zu verleihen. Begleitet von Schwester Deborah und von den Eltern sang sie daraufhin das Lied «Das glaube ich» mit dem Text des apostolischen Glaubensbekenntnisses.

Sehr gespannt waren die Kinder, als Vater Dänu Wyss mit Jaël in die Traubenstand stieg und zusammen mit Lukas Huber Jaël durch Untertauchen taufte – ein Glück, war das Wasser in der Nacht mit einem grossen Tauchsieder temperiert worden.

Während Vater und Tochter sich umkleideten – Pfarrer Huber wurde nicht nass, weil er zur Taufe hinter der Traubenstande stand – sang die Gemeinde zwei Lieder. Es folgten Fürbittegebet, das Anzünden der Taufkerze und die Übergabe der Taufbibel. Anschliessend wurden die Kinder für die Zeit der Predigt ins Mesmerhuus gebeten.

Pfarrer Huber redete in der Predigt über Römer 6, ein Text, in dem Paulus erklärt, wofür die Taufe steht: das Untertauchen für das Sterben des alten Menschen, dessen Leben geprägt ist von Wut, Neid und allem anderen «Töteligen», wie es Huber nannte. Das Auftauchen steht laut Paulus für das neue Leben mit dem auferstandenen Jesus, das geprägt ist von der Liebe Gottes. «So lasst nun die Sünde nicht herrschen in sterblichen Leibe», schreibt Paulus weiter. Huber forderte seine Zuhörerinnen und Zuhörer auf, sich zu überlegen, ob es eine «tötelige» Gewohnheit in ihrem Leben gebe, die sie hinter sich lassen wollten.

Nach der Predigt kamen die Kinder zurück, um die Kerze zu zeigen, die sie während der Predigt aus Wachsplättchen gedreht hatten. Nach Mitteilungen und Segen war die ganze Gemeinde dann eingeladen, im Mesmerhuus einen Aperitif zu sich zu nehmen. Damit ging ein ereignisreicher Morgen zu Ende und die Familie ans Taufessen.

Ein Zusammenschnitt des Familiengottesdienst kann hier angehört werden:



Unter diesem Link kann der Zusammenschnitt direkt heruntergeladen werden.

Die Seite für die Predigten der Kirchgemeinden zum Nachhören finden Sie hier.



Autor: Lukas P. Huber     Bereitgestellt: 28.02.2016