Messer und Kleider für Adam und Eva

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Va-Ki-We 2015 Velofahrt

Ein spannendes Vater-Kind-Wochenende erlebten 29 Kinder und 13 Vätern vom 19. bis 21. Juni 2015. «Adam und Eva, Kain und Abel» lautete der Titel, und passend zur Geschichte wurde genäht und geschliffen. Eine gefährliche Sache, genau richtig für echte Väter!
Lukas P. Huber,
Sportlich begann das Wochenende für ein gutes halbes Dutzend Kinder und den Vätern Stefan Roost und Dänu Wyss: Mit dem Velo nahmen sie die Fahrt nach Lenzkirch im Schwarzwald unter die Räder. 45 Kilometer und 800 Höhenmeter legten diejenigen zurück, die bis ins Ziel fuhren; unterwegs wurde die Gelegenheit geboten, in ein Auto umzusteigen, doch davon machten nur zwei der Kinder Gebrauch.

Als schliesslich die ganze Bande des Vater-Kind-Wochenendes beisammen waren, hiess es erst, den Heisshunger zu stillen. Sehr dankbar waren Kinder und Väter über die Köche Walter Fuhrer und Sebastian Egli – speziell am Samstag, als es zum Abendessen ein Spanferkel gab. Viele Kinder wollten ganz genau zuschauen, wie das Spanferkel zerlegt wurde – nicht alle allerdings, ein paar der Kinder zogen es vor, erst das fertig geschnittene Fleisch auf dem Teller anzusehen.

Leben und Tod war das Thema des Wochenendes, lautete der Titel doch: «Adam und Eva, Kain und Abel». Jeweils abends und am Sonntag morgen im Gottesdienst wurden die Geschichten aus dem 1. Mosebuch auf kindgerechte Art erzählt. Am ersten Abend erzählte Markus Ellenberger, wie sich Adam und Eva über die Früchte des Baums in der Mitte des Gartens Eden hermachen, den sie doch in Ruhe lassen sollten, worauf sie merken, das sie nackt sind und ihre Blösse behelfsmässig bedecken. Als Gott sieht, dass die Menschen sein Vertrauen gebrochen hatten, schickt er sie aus dem Garten, allerdings nicht ohne ihnen Keider gemacht zu haben. Schliesslich stellt er einen Engel mit einem Schwert vor den Eingang des Gartens, damit sie nicht zurückkehren. Die Väter diskutierten, als die Kinder im Bett waren, über die Themen Versuchung und richtiges Handeln, über Entscheidungen und ihre Folgen.

Die Geschichte von Adam und Eva gab den Workshops des Samstag Morgens das Thema: In einem konnten die Kinder ein «Kleid» nähen und anmalen, in einem zweiten eine Steinschleuder bauen, und im dritten ein Schwert schleifen. Ein Glück, liess Markus Ellenberger die Kinder auch eine Messerscheide aus Moosgummi machen, damit die Mütter am Ende des Vater-Kind-Wochenendes nicht in Ohnmacht fallen.

Nachmittags dann ging es in zwei Gruppen in den Schwarzwald: zu Fuss für die jüngeren Kinder, mit dem Velo für die älteren.

Abends dann als Tagesabschluss die Geschichte von Kain und Abel, erzählt von Pfarrer Lukas P. Huber: Kain ist neidisch auf seinen Bruder Abel, so sehr, dass er ihn erschlägt, worauf Gott Kain – wie sich die Geschichte wiederholt – aus der Heimat vertreibt. Für die Kinder war klar: Es ist nichts als gerecht, dass Gott Kain straft, wenn er etwas so Gemeines tut.

Dass das nicht das Ende der Geschichte ist, wurde im Gottesdienst am Sonntag klar: Christoph Marti erzählte, wie Kain mit existenzieller Angst auf die Ankündigung der Vertreibung reagiert, worauf Gott ihn mit dem zeichnet, was als Kainsmal in die Geschichte einging, um sein Leben trotz allem zu schützen. Das Kainsmal deutete Lukas Huber so, dass wir Menschen, Kinder und Erwachsene, unter dem Schutz von Gott leben, auch wenn wir Fehler machen und versagen. Als Verdeutlichung der Geschichte konnten sich Kinder und Väter im Gottesdienst salben lassen: Mit Öl wurde ihnen ein Kreuz auf die Stirn gemalt.

Schon bald nach dem Gottesdienst wurde es dann Zeit, zu packen und nach dem Mittagessen schwangen sich die einen aufs Velo für die Heimfahrt, die anderen putzten das Haus und fuhren schliesslich mit dem Auto nach Hause. Es war ein tolles Wochenende!
Autor: Lukas P. Huber     Bereitgestellt: 24.06.2015