Virtuell: Morgenbesinnung

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Entzünden Sie die Kerze - ein Lichtermeer für die Hoffnung

Eingangswort und Begrüssung

Veni Sancte Spiritus, tui amoris ignem accende. Veni Sancte Spiritus –
Komm, Heiliger Geist, entzünde das Feuer deiner Liebe. GB 514

Seid alle, seien Sie alle gegrüsst und eingeladen zur Morgenmeditation, wie wir sie jeden Dienstagmorgen in unserer Kirche Buchthalen um 07:45 miteinander feiern.

Gebet
Gott, hilf mir beten
und meine Gedanken sammeln zu dir;
ich kann es nicht allein.
In mir ist es finster,
aber bei dir ist das Licht;
ich bin einsam,
aber du verlässt mich nicht;
ich bin kleinmütig,
aber bei dir ist die Hilfe;
ich bin unruhig,
aber bei dir ist der Friede;
in mir ist Bitterkeit,
aber bei dir ist die Geduld;
ich verstehe deine Wege nicht,
aber du weisst den Weg für mich.

Amen
Dieter Bonhoeffer

Lied
GB 816
1. O dass doch bald dein Feuer brennte, du unaussprechlich Liebender, und bald die ganze
Welt erkennte, dass du bis König, Gott und Herr.
4. Verzehre Stolz und Eigenliebe und sondre ab, was unrein ist, und mehre jener
Flamme Triebe, die dir nur lodert, Jesu-Christ.
6. Du unerschöpfter Quell des Lebens, allmächtig starker Gotteshauch, dein Feuermeer
ström nicht vergebens: Entzünde unsere Herzen auch.


Lesetext
Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr empfangen; klopft an, so wird euch aufgetan. So lehrt uns Jesus in der Bergpredigt. Darin weist er auch auf das Beten im Verborgenen und in der Stille hin (Matt 6,6 u. 7,7).

In schwierigen Zeiten, wie jetzt, fragten sich ganz viele Menschen, ob Beten überhaupt hilft. Kürzlich fand ich in einer Leserumfrage folgende Aussage einer 32-jährigen Jüdin aus Kiew: “Das Gebet ist immer auch ein Gespräch in sich hinein. Und wenn wir diesen Kanal jetzt nicht öffnen – wann dann? (DIE ZEIT 8.4.2020).

Folgende Glaubens - Geschichte stammt aus dem Schatz der chassidischen Juden, wo die persönliche Gottesbegegnung im Gebet besonders hervorleuchtet:

„Diese Geschichte erzählt vom berühmten chassidischen Rabbiner Baal Shem Tov.
Der Rabbiner Baal Shem Tov war in seiner Gemeinde sehr bekannt. Jeder hielt ihn für einen sehr frommen, gütigen, tugendhaften und reinen Menschen, denn man sagte, dass Gott sein Wort erhörte, wenn er mit ihm sprach.
Im Dorf hatte sich ein gewisser Brauch eingebürgert: Jeder, der einen unerfüllten Wunsch hatte oder dringend etwas benötigte, was er auf anderem Weg nicht bekam, ging zum Rabbi.
Mit diesen Leuten speziell traf sich Baal Shem Tov einmal im Jahr an einem festgelegten Tag. Er führte sie zusammen an einen Ort im Wald, den einzig und allein er kannte.
Dort angekommen, so sagt die Legende, zündete Baal Shem Tov aus Zweigen und Blättern ein ganz besonders schönes Feuer an und sprach dann mit leiser Stimme ein Gebet, als wäre er völlig allein.

Und man sagt…
Gott habe solchen Gefallen an den Worten Baal Shem Tov gefunden, das Feuer habe ihn derart bezaubert, die Zusammenkunft jener Leute an jenem Fleckchen im Wald ihm so grosse Freude bereitet….. dass er der Bitte Baal Shem Tov nicht habe widerstehen können und alle Wünsche der dort Versammelten erfüllte.
Als der Rabbi starb, bemerkten die Leute, dass da nun niemand mehr war, der um die Worte wusste, die Baal Shem Tov sagte, wenn sie zusammenkamen und um die Erfüllung ihrer Wünsche baten.
Aber sie kannten das Fleckchen im Wald und wussten, wie er das Feuer entzündet hatte.
Einmal im Jahr folgten sie dem Brauch, den Baal Shem Tov begründet hatte, und es versammelten sich all diejenigen, die Bedürfnisse und unerfüllte Wünsche hatten, an jenem Fleckchen im Wald, bereiteten das Feuer auf ebenjene Art, wie sie sie vom alten Rabbi übernommen hatten, und da sie seine Worte nicht kannten, sangen sie ein beliebiges Lied oder rezitierten ein Psalm, oder sie sahen sich einfach an und sprachen über irgendetwas, dort am Feuer.

Und man sagt…..
Gott hat an jenem Feuer solchen Gefallen gefunden, er sei derart vernarrt in jenes Fleckchen im Wald und in die dort versammelten Leute gewesen, dass er, obwohl niemand die passenden Worte zu sprechen wusste, dennoch die Wünsche aller Anwesenden erfüllte.

Die Zeit verging, und von Generationen zu Generation verlor sich dieses Wissen…..

Und heute sind wir hier.
Wir kennen weder das Fleckchen im Wald,
noch wissen wir um die Worte…..
Wir wissen noch nicht einmal, wie Baal Shem Tov das Feuer anzuzünden pflegte…
Und doch gibt es da etwas, das wir wissen.

Wir kennen diese Geschichte.
Wir kennen diese Erzählung.
Und man sagt…..
dass Gott diese Erzählung so sehr liebt,
dass er derart vernarrt in die Geschichte ist,
dass es genügt, wenn jemand sie erzählt
und jemand anders ihr zuhört,
damit er, zufrieden,
allen, die an diesem Moment teilhaben,
jeden Wunsch erfülle
und jedes Bedürfnis stille…..
Und so sei es…..“

Stille

Unser Vater

Segen
Gott, du bist die Güte, wo Liebe zerbricht,
in kalter Zeit, atme in mir,
sei zündender Funke, sei wärmendes Licht,
sei Flamme und brenne in mir aus rise up 238: Gott, du bist die Hoffnung

Es segne uns Gott der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
Amen

Seid behütet!
Ich grüsse Euch alle ganz herzlich

Kurt Müller
Kontakt: Kurt Müller