Christnacht

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Weihnachten fand statt
Admin Steig,
Am 24. Dezember fanden wegen der Personenbeschränkung zwei Christnachtfeiern in der Steigkirche statt. Zusätzlich fand um 17 Uhr eine Familienweihnachtsfeier statt. Helmut Seeg (Klavier) und Alina Zamalieva - Sutz haben die Weihnachtsbotschaft musikalisch in unsere Herzen getragen. Ich habe in der Christnachtfeier das bekannte deutsche Weihnachtslied "Es ist ein Ros entsprungen" aufgenommen. Wie dieses Lied entstanden ist, weiss man nicht mehr genau. Im Laufe der Jahre entstand eine Legende um dieses Lied. Sie erzählt uns vom Mönch Laurentius. Er lebte in einem Kloster an der Mosel. In der Klostergemeinschaft hatte er die Aufgabe des Mesmers übernommen. Er war zuständig für die Gestaltung der Gottesdienste. Er kümmerte sich um die vielen Arbeiten im Hintergrund, vom Bereitstellen der feierlichen Geräte bis zum Reinigungsdienst. Vor Weihnachten entdeckte er im tief verschneiten Klostergarten einen frischen Trieb an einem Rosenstock. Was für ein Wunder, dachte er. Da blüht eine wunderschöne Rose, rundherum hat es aber noch Eis und Schnee. Laurentius brach die Rose ab und legte sie in der Kirche auf den Altar. Als der Gottesdienst begann, hörte er den Text des Propheten Jesaja." Es wird ein Reis hervorgehen aus dem Stamm Jesajas." Dem Mönch ging ein Licht auf. Die Bibelstelle passt doch genau zu dieser Rose, die trotz Kälte blüht. Nach dem Gottesdienst ging er in seine Kammer und schrieb ein langes Gedicht und später komponierte er an der Orgel die Melodie dazu. So ist das Lied "Es ist ein Ros entsprungen" entstanden.
Ich habe in der Christnachtfeier den Bibeltext aufgenommen. Jesaja beschreibt in einem realistischen Bild die damalige Situation. Zugleich entwirft er auch ein hoffnungsvolles Bild. Der Prophet hat die Zerstörung des Nordreichs miterlebt. Das Südreich mit der Hauptstadt Jerusalem wurde militärisch erobert. Die gesamte Oberschicht wurde nach Babylon deportiert. Das war eine schwierige Erfahrung für das Volk Israel. Alles ist vorbei, dachten die Menschen damals.
Jesaja nimmt diese Erfahrung auf und spricht von einem mächtigen Baum, der gefällt wurde. Wie eine Libanon Zeder liegt dieser Baum am Boden. Nur noch der Baumstumpf steht da. Aber jetzt sieht der Prophet aus diesem Baumstumpf ein neues Zweiglein. Das ist ein Bild der Hoffnung. Neues erblüht inmitten der Krise. Zukunft wird geschenkt. Dieser verheissungsvolle Text hat immer wieder Menschen begeistert und inspiriert - Menschen, die die Hoffnung nicht aufgeben wollten.
Jahrhunderte später haben die ersten Christen nach Karfreitag und Ostern gesagt: Jesus Christus ist der Friedenskönig, von dem der Prophet Jesaja sprach.
Die Hoffnung auf eine neue, gute Zeit bleibt uns auch in der momentanen Situation. Eine junge Frau wird ein Kind gebären, sagt der Prophet Jesaja an einer anderen Stelle. Es wird aufwachsen und leben trotz aller Bedrohung. Das Kind heisst Immanuel. Das heisst: Gott mit uns.
Mit jedem Kind, das auf die Welt kommt, lebt diese Hoffnung neu auf. Jedes Kind ist eine lebendige Garantie kommender Zeiten. Und mit dieser Hoffnung gehen wir ins Neue Jahr. Gott ist unsere Hoffnung, so lautet der Wahlspruch von Schaffhausen. Diese Hoffnung bleibt uns. Für uns und unsere Welt. Gott ist mit uns und wir mit ihm. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest. Martin Baumgartner