Dankgottesdienst mit den Ehejubilaren

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Einmal im Jahr laden wir die Ehepaare, die ein Jubiläum feiern dürfen, in einen speziellen Gottesdienst ein. Wegen der Personenbeschränkung fanden zwei Gottesdienste statt.
Admin Steig,
Die Jubilaren blicken auf viele gemeinsame Jahre zurück. Sie erinnern sich an viel Schönes, das sie erlebt haben. Sie denken an das Glück zum Beispiel, zu erleben, wie die Kinder und Enkelkinder ihren Weg im Leben finden. Sie freuen sich, dass sie die Hochzeiten, Taufen und Konfirmationen erleben dürfen. Die Kinder und Enkelkinder sind Früchte des Lebens. Es ist schön, wenn man das im Alter geniessen kann, sagen Jubilare..
Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewig, sagt der Psalmbeter. Es ist gut, wenn wir zum Dank aufgefordert werden. Wie schnell vergessen wir, was uns täglich geschenkt ist. Menschen, die da sind und uns begleiten. Was haben wir zum Beispiel von den Eltern bekommen an Liebe und Fürsorge, was haben wir von Menschen erhalten im Laufe des Lebens? Und welche Menschen begleiten uns bis heute? Dietrich Bonhoeffer hat das in einem Brief einmal so treffend formuliert: "Im normalen Leben wird einem oft gar nicht bewusst, dass der Mensch unendlich viel mehr empfängt, als er gibt, und dass Dankbarkeit das Leben erst reich macht."
Die Ehepaare haben diese Dankbarkeit im Herzen. Wer nach vielen Jahren immer noch zusammen ist, der weiss: "Es ist nicht unser Verdienst. Uns wurde immer wieder geholfen. Wir haben viel Hilfe von oben erfahren dürfen."
Ich habe das sogenannte Hohelied der Liebe im 1. Korintherbrief aufgenommen. Der Spitzensatz von Paulus wird an Hochzeiten gerne in den Alltag übersetzt: " Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei, am grössten unter diesen aber ist die Liebe."
Paulus verwendet für die Liebe ein ganz spezielles Wort. Es heisst agapä. Liebe im Sinne von agapä meint die Zuwendung zum Nächsten, da, wo ich nur noch auf den Nächsten schaue und versuche, ihm gerecht zu werden. Das ist agapä. Die höchste Gnadengabe. Im Alltag will uns das nicht immer gelingen. Und doch spüren wir manchmal, dass genau diese Liebe eine Lebenskraft ist. Nach einer Auseinandersetzung sich wieder zu versöhnen und dann weiter zu gehen, das sind Lebenserfahrungen, die Mut machen. Die Ehepaare blicken dankbar auf solche Zeiten ihres Lebens zurück. "Es hat sich wieder ergeben, es ging weiter", sagen sie mit dankbarem Herzen. In diesen Worten drückt sich die Erfahrung der Gnade Gottes aus.
Peter Geugis wusste das Thema "Liebe" auf der Orgel aufzunehmen. Ein Appenzeller Volkstanz, eine Polka und eine Mazurka erreichte mit ihren leichten Melodien die Herzen der Zuhörer. Ein Stück von Josef Strauss hiess Frauenherz. Gespannt war man auch auf den Kuss Walzer von Luigi Arditi. Als die Gemeindeglieder die Kirche verliessen, bekamen sie einen Herz - Spitzbueb. Ein fröhliches Gesicht, das zum Lachen einlädt. Ich wünsche allen Ehepaaren eine Offenheit für das, was Gott ihnen schenken möchte. Wer allein seinen Lebensweg geht, dem wünsche ich immer wieder Menschen, die guttun und helfen. Es war eine schöne, stimmige Feier. Das Thema "Dank" regt zum Nachdenken an. Es stimmt: wir haben für so vieles zu danken. Die Ehepaare, die ein Jubiläum feiern, sind sich dessen bewusst. Sie haben uns die Lebenswahrheit in Erinnerung gerufen: es tut gut, mit dankbarem Herzen dem Leben zu begegnen.

Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag, Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Martin Baumgartner
Dankgottesdienst mit den Ehejubilaren
09.11.2020
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