Schatten

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In der gestrigen Predigt machten wir uns Gedanken zum Umgang mit den persönlichen Schatten, davon ausgehend, dass die Versöhnung damit eine wesentliche Lebensaufgabe ist, um überhaupt zu einer wahren, authentischen Beziehung zu Gott, zu anderen Menschen und zu sich selbst zu gelangen. Im Nachgang habe ich das nachfolgende, tröstlich versöhnliche Gedicht von Jürgen Werth gefunden. Der Journalist, Liedermacher und Buchautor war einige Jahre Direktor des Evangelischen Rundfunks (erf) Deutschland.
Admin Steig,
Leben ohne Schatten ist Leben ohne Sonne;
wer nie im Dunkeln saß, beachtet kaum das Licht.
Leben ohne Tränen ist Leben ohne Lachen; wer nie verzweifelt war, bemerkt das Glück oft nicht.
Leben ohne Täler ist Leben ohne Berge; wer nie ganz unten war, schaut gleichgültig ins Tal.
Leben ohne Zweifel ist Leben ohne Glauben; wer niemals sucht und fragt, dessen Antworten sind schal.
Leben ohne Kälte ist Leben ohne Wärme; wer nie gezittert hat, schätzt keinen Unterstand.
Leben ohne Alleinsein ist Leben ohne Liebe; wer keine Leere kennt, greift kalt nach jeder Hand.
Leben ohne Kämpfe ist Leben ohne Frieden; wer nie im Sturm war, freut sich nicht an glatter See.
Leben ohne Trauer ist Leben ohne Hoffnung; wer keinen Abschied kennt, kennt auch kein Wiedersehn.

Eine gesegnete Woche
Karin Baumgartner