Der Weg in der Wüste - unser Weg im Lockdown

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Waren Sie einmal in der Wüste? Vielleicht in der Sahara oder in der Wüste Namibias? Das muss eine wunderbare Erfahrung sein, in der Nacht in den Sternenhimmel zu blicken, die Ruhe und Stille an einem einsamen Ort zu geniessen.
Admin Steig,
Heute werden Treckingtouren in die Wüste angeboten. Für die Sicherheit wird gesorgt. Und genügend Lebensmittel und Wasser wird von den Veranstaltern mitgeführt. Gerne werden solche Wüstenerfahrungen dann verherrlicht. Vorträge werden gehalten. Die wunderbaren Erfahrungen abseits der Zivilisation haben etwas Faszinierendes.

Eine ganz andere Wüstenerfahrung machte vor 3000 Jahren das Volk Israel. Die Israeliten waren Fremdarbeiter in Aegypten. Sie litten unter der Fronarbeit und wurden ausgenutzt. Sie hatten kein würdiges Leben. Mose aber erzählte ihnen von einem Gott, der für sie da ist und in die Freiheit führt. Dieser Glaube war der Grundstein für die entscheidende Wende in ihrem Leben. Die Fronarbeiter ergriffen ihre Chance, sie vertrauten auf diesen Gott und haben erfahren, dass auf ihn Verlass ist. Wie durch ein Wunder wurden sie vor den ägyptischen Soldaten gerettet. Uff, das war knapp, sagten sie sich vielleicht, als sie verschont wurden vor der ägyptischen Kriegsmaschinerie. Wunder heisst: das hat mit Gott zu tun. Wunder heisst: Dankbarkeit.

Ein Aufatmen geht momentan durch unser Land mit den einzelnen Lockerungsschritten, die wir erleben. Endlich wieder eine gewisse Normalität, auch wenn gewisse Regeln nach wie vor gelten. Wir haben es fürs erste überstanden und hoffen, dass es zu keiner zweiten Welle kommt. Wir sind dankbar für die Freiheiten, die unser Leben lebenswert machen. Dankbar dem Gott gegenüber, der uns durch eine schwierige Zeit hindurchgeführt hat.

Nach der Befreiung stimmte damals die Prophetin Mirjam in ein Jubellied ein. Eine grosse Last war von ihrem Herzen gewichen. Ihr Jubel gehört zu den ältesten Worten der Bibel, sagen uns die Spezialisten. «Singt dem Herrn, denn hoch hat er sich erhoben, Pferd und Reiter hat er ins Meer geschleudert.»
Das ist 3000 jähriges Urgestein, ein Herzstück der Bibel. Der Jubel der Prophetin Mirjam mach uns deutlich: Freiheit, Befreiung, Dankbarkeit, das sind Urerfahrungen und sind heute noch die Mitte unserer Religion.

Ein Aufatmen geht momentan durch unser Land mit den einzelnen Lockerungsschritten, die wir erleben. Endlich wieder eine gewisse Normalität, auch wenn gewisse Regeln nach wie vor gelten. Wir haben es fürs erste überstanden und hoffen, dass es zu keiner zweiten Welle kommt. Wir sind dankbar für die Freiheiten, die unser Leben lebenswert machen. Auch im Kirchengesangbuch finden wir solche Jubellieder. Es sind Lieder, in die wir einstimmen können. Gleichzeitig denken wir daran, wie wir durch diese Coronakrise und durch schwierige Erfahrungen hindurchgetragen wurden. Wie durch ein Wunder. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Kraft und Mut auf dem Weg in die Normalität zurück. Es ist der Weg in die Freiheit.

Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Martin Baumgartner
Wüstenbilder
14.06.2020
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